Außen kantig, innen weich: der Chrysler 300C Touring im Test
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Sitze für die weite Reise
Platz gibt es im 300C ohne Ende. Weder vorne noch hinten wird ein Passagier in unnatürlichen Stresshaltungen ausharren müssen. Die Sitze erfüllen ohne Wenn und Aber unsere Erwartungen: Sehr breit, lange Beinauflagefläche und eine bequeme Polsterung sorgen für Reisetauglichkeit. Sportlich wirkt das Gestühl auf Grund des minimalen Seitenhalts allerdings nicht. Das Einzige, was im 300C recht eng ist: der so genannte Angstgriff über der Beifahrertür. Zeitgenossen mit großen Pranken werden diese Haltevorrichtung erst ein wenig kneten müssen, bevor sie bequem zugreifen können. Und was fühlen die Hände noch? Ein Stück Geschichte: Sowohl Tempomat- als auch Blinkhebel kennen wir aus diversen Mercedes-Modellen, sie erinnern uns an die 2007 geschiedene Ehe zwischen Daimler und Chrysler.
Zwitterwesen
Außen brachial, innen nahe am europäischen Standard, bewegt sich das Fahrwerk des 300C zwischen den Welten. Die weiche Federung lässt die Räder spielend in jedes Schlagloch plumpsen, eine harte Dämpfung sorgt dafür, dass jegliches Nachschwingen im Keim erstickt wird. Damit sind wir sowohl auf zerschlissenen Dorfstraßen als auch auf der deutschen Autobahn gut unterwegs. Aber ein etwas stimmigeres Fahrwerk mit leicht verhärteter Federung wäre für unsere Breiten perfekt. Ähnlich sieht es mit der Lenkung aus: In der Mittellage bietet sie immer noch das gewisse Etwas an Spiel, was amerikanische Fahrzeuge früher im Überschwang boten. Aber nach außen hin verhärtet sie gut und führt den Wagen präzise um jede Biege. Auch präzise und dazu noch kräftig mit Tendenz zur Bissigkeit: die Bremsen. Sie bringen das bis zu beinahe 2,4 Tonnen schwere Fahrzeug jederzeit auf kurzem Weg zum Stehen. Für den Erfolg am designorientierten Markt nicht ganz unwichtig: Die Bremsen greifen jetzt unter neuen Felgendesigns zu – eine weitere kleine Außen-Änderung, die das Modelljahr 2008 beim 300C mit sich bringt.