Das stärkste Serien-Hybrid-Fahrzeug im Test: Lexus LS 600h

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Die Ausstattung des LS 600h L ist genau das, was die Kunden in diesem Segment erwarten: kaum noch zu toppen. Gut, den umstrittenen Nachtsichtassistenten bietet noch der ein oder andere Konkurrent, aber sonst ist der Lexus ganz vorn. Die High-End-Klimaanlage und die Ottomane bietet sonst keiner. Obendrauf herrscht eine unwirkliche Innenraum-Ruhe. 53 Dezibel, soviel wie eine Unterhaltung bei Zimmerlautstärke, brummen im Lexus. Selbst der äußerst leise tickende Blinker ist deutlich zu hören. Alles ist so fein auf Geräuschverminderung abgestimmt, dass der LS 600h locker den Sieg hinsichtlich Kabinen-Ruhe einfährt. Selbst die Radhäuser wurden mit einem Material ausgekleidet, das eine besonders große Oberfläche bietet. Dadurch kann der von Wasser und Steinschlag verursachte Schall erheblich reduziert werden. Das lauteste am Lexus LS 600h L sind noch die Abrollgeräusche der Reifen. In keinem anderen Fahrzeug lässt es sich so gut akustisch entspannen.

Der Lexus LS 600h L wiegt ungefähr 2,5 Tonnen. Audi, BMW und Mercedes begnügen sich mit runden 2,1 Tonnen, nur der Phaeton ist ähnlich schwer wie der Lexus. Während beim Phaeton einfach die Grundkonstruktion und der Allradantrieb für das Gewicht verantwortlich sind, treibt beim LS 600h L das Hybridsystem die Kilogrammzahl in die Höhe. Lexus hat eine Menge unternommen, um diese 2,5 Tonnen komfortabel durch den Verkehr zu dirigieren. Ein permanenter mechanischer Allradantrieb verteilt die Kraft leicht sportiv zu 60 Prozent auf die Hinterachse. In Kurven ändert sich das Verhältnis sogar zu 30/70 (vorne/hinten), während bei einem Haftverlust an den Hinterrädern zum sicheren 50/50-Verhältnis gewechselt wird. Außerdem enthält die Luftfederung eine Wankstabilisierung, die Nick- und Rollbewegungen der Karosserie abdämpfen soll. Das klappt hinsichtlich der Nickbewegungen ganz gut, das seitliche Wanken ist jedoch in engen Kurven deutlich spürbar – da wollen die 2,5 Tonnen einfach der Physik folgen. Die aktive Fahrwerksstabilisierung gibt es für die Langversion nicht, da Lexus hier von einer Chauffeurslimousine ausgeht. Das Gleiche beim Bremsen: Die Verzögerung erfolgt wohldefiniert und so heftig wie nötig, aber der Fahrer merkt das vehement nach vorne schiebende Gewicht.