Das stärkste Serien-Hybrid-Fahrzeug im Test: Lexus LS 600h
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Konkurrenten ähnlich
Den 445 PS des Lexus hat BMW mit dem 760Li ebenfalls 445 PS entgegen zu setzen, während Audi A8 und VW Phaeton fünf PS mehr in den Ring werfen. Nur der Mercedes S 600 kann mit seinen 517 PS punkten. Beim Drehmoment staffelt sich die Truppe von Phaeton (560 Newtonmeter) über Audi (580 Newtonmeter) und BMW (600 Newtonmeter) zum Lexus. Dieser kurbelt mit einem addierten Drehmoment von 820 Newtonmeter. Nur noch der Mercedes mit seinem Dreiventiler hat noch zehn Newtonmeter mehr im Triebwerk. In Sachen Höchstgeschwindigkeit nehmen sich die Luxus-Klässler nichts, alle sind bei 250 km/h abgeregelt. Die Beschleunigung von null auf 100 km/h differiert allerdings: Der Lexus liegt mit 6,3 Sekunden hinten, was sicher auch mit seinem hohen Gewicht zusammenhängt. Der Phaeton braucht 6,1 Sekunden, der BMW 5,6 Sekunden, der Audi 5,2 Sekunden und der Mercedes 4,6 Sekunden. In der Praxis muss sich der Lexus jedoch nicht hinter seinen Konkurrenten zu verstecken.
Welcher Hybrid?
Warum packt Lexus einen Hybridantrieb ins Spitzenmodell? Natürlich um den Verbrauch und damit den allseits kritisierten CO2-Ausstoß zu senken. Drei Arten von Full-Hybridantrieben (ein Fahrzeug kann sowohl mit Verbrennungs- als auch mit Elektromotor betrieben werden) werden zurzeit verfolgt: Der Parallelhybrid kommt im Honda Civic Hybrid zur Anwendung. Auch Porsche will ab 2009 den Cayenne mit einem Parallelhybrid ausrüsten. Selbst Piaggio hat eine Parallel-Hybrid-Vespa als Prototypen vorgestellt. Beim Parallelhybrid laufen die Antriebsmomente von Verbrennungs- und Elektromotor getrennt voneinander zum Getriebe. Vorteil des Parallelhybrids ist die einfache Integration in vorhandene Systeme und die Tatsache, dass der Motor, der jeweils nicht gebraucht wird, auch nicht mitläuft. Dann gibt es den seriellen Hybrid, bei dem der Verbrennungsmotor ausschließlich einen Generator betreibt, der wiederum den Strom für einen Elektromotor zur Verfügung stellt. Dieses System ist für lange Hochgeschwindigkeitsfahrten wegen der dann schlechten Energieeffizienz ungeeignet und spielt seine Vorteile eher beim häufigen Beschleunigen aus, wie es zum Beispiel der Fahrcharakteristik von Stadtbussen entspricht. Auch einige Spezial-Militärfahrzeuge, die ein enormes Drehmoment brauchen, sind mit einem seriellen Hybrid unterwegs. Lexus setzt weiterhin auf den leistungsverzweigten Hybrid.