Der Renault Clio 2.0 Automatik im Test
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Bisweilen etwas unentschlossen
Ebenfalls nicht mehr ganz zeitgemäß erscheint die Abstimmung der vier Gangstufen. Im Stadtverkehr kann das Getriebe gelegentlich mit unentschlossen wirkendem Rauf- und Runterschalten nerven. So richtig mag sich die Automatik dann nicht zwischen dem zweiten und dem dritten Gang entscheiden. Außerdem sind die Schaltpausen etwas lang. Wem das zu viel wird, der kann in den manuellen Modus wechseln. Dann hat man die Möglichkeit, mit Schaltwippen hinterm Lenkrad die Fahrstufe selbst anzuwählen. Doch ist diese Wahl mit den lediglich vier Gängen eben auch etwas eingeschränkt. Insofern erscheint der Nutzen des manuellen Gangwahl-Modus zweifelhaft. Während der erste Gang zum Anfahren ist, sind die Stufen zwei und drei für die Stadt. Für alle schnelleren Fahrten kommt eigentlich nur der vierte Gang in Frage. Dafür bietet aber das selbst schaltende Getriebe eben einen besonderen Komfort. Vor allem im Stop-and-Go-Verkehr gibt es nun mal nichts Genialeres als eine entspannende Automatik.
Tadelloses Fahrwerk
Der hohe Komfort passt auch zum fein abgestimmten Fahrwerk. Insgesamt ist der Clio ein sanfter Gleiter, der Unebenheiten gut wegfiltert. Doch ist er dabei keineswegs zu weich ausgelegt und vermittelt selbst bei hohem Tempo noch ein sicheres Fahrgefühl. Auch die elektrische Servolenkung wirkt nicht zu synthetisch und gibt eine akzeptable Rückmeldung darüber, was mit dem Fahrzeug auf dem Asphalt so passiert.
Viel Leistung für wenig Geld
Interessant ist der Vergleich des Clio 2.0 Automatik mit ähnlich motorisierten Kleinwagen anderer Hersteller. In dieser Leistungsregion sind die Mitbewerber in der Regel betont sportlich ausgelegt. Beispiel VW Polo: Den Wolfsburger gibt als Wadenbeißer GTI mit 150 PS ausschließlich im Sportlerdress und in Kombination mit einem Schaltgetriebe. Peugeot hat mit dem 150 Turbo Platinum ebenfalls eine sportlich angehauchte Variante im Portfolio. Ebenso Ford: Der 150 PS starke Fiesta ST gibt sich vordergründig als Dynamik-Zwerg für die Überholspur. Allein Mercedes bietet mit dem A 200 ein Auto von unter vier Meter Länge mit 136 PS an, das äußerlich ganz zivil daherkommt und sich sogar mit einem Automatikgetriebe kombinieren lässt. Während die zuerst genannten Sportvarianten jeweils um etwa 20.000 Euro kosten, verlangt der Mercedes sogar über 23.000 Euro. Der Clio 2.0 kostet mit der Automatik hingegen nur 18.350 Euro und ist damit in seiner Leistungsklasse ein besonders günstiges Angebot.