Druck abgelassen: Jaguar XK 5.0 Coupé ohne Kompressor

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Der XK ist ein Sportwagen, klar. Schon bei den ersten Metern Fahrt macht sich das straffe Fahrwerk bemerkbar. Doch das adaptive System passt die Feder-Dämpfer-Kombination der jeweiligen Fahrsituation an. Bei der Limousine XF bekommt nur das Topmodell XFR diese Technik, beim Coupé XK erfreuen alle Varianten mit dem adaptiven Fahrwerk. Und so hat auch die Zielflaggen-Taste links unter dem Gangwahl-Drehregler eine zusätzliche Funktion: Außer schnellerer Gasannahme und kürzeren Schaltzeiten verhärtet sich auch noch das Fahrwerk. Lenken lässt sich der XK direkt und präzise, so weich wie der neue XF-Diesel gibt er sich nicht.

Der Kompressor-Motor des alten XKR wird durch den neuen 5,0-Liter-Sauger ersetzt. Er wurde komplett neu entwickelt, nur eine Schraube und eine kleine Metallkappe konnten laut Jaguar aus dem alten Motor übernommen werden, sei´s drum. Jetzt erzeugt der Achtzylinder 385 PS und ein maximales Drehmoment von 515 Nm bei 3500 U/min – der Neue steht also schon bei mittleren Drehzahlen gut im Saft. Von null auf 100 km/h geht es in 5,5 Sekunden, bei 250 km/h greift die elektronische Abregelung. Der alte XKR, also das Vorgänger-Coupé mit Kompressoraufladung, hatte 416 PS und 560 Nm Drehmoment bei 4000 U/min. Das genügte für eine Beschleunigung 5,2 Sekunden: Auf dem Papier nehmen sich die beiden also nicht viel, und in der Praxis?

Ich gebe Gas und der Motor stimmt ein sonores Brummen an. Nicht aggressiv und lautstark sondern eher gelassen. Dem Sound des neuen V8 dürfte ruhig ein wenig markanter sein. Aber der Wagen schiebt unerbittlich nach vorn, presst uns in die Sitze. Unterschiede zum alten XKR lassen sich kaum ausmachen. Die Sechsgang-Automatik gibt sich ebenfalls zurückhaltend und neigt nicht dazu, sich zu verhaspeln. Wer die S-Stellung der Schaltung bemüht, wird mit weiter ausdrehenden Gängen belohnt, was eine Extraportion Sportgefühl in den Wagen bringt. 96.900 Euro will Jaguar für das XK-Coupé in der Top-Ausstattung Portfolio haben. Ein Porsche 911 Carrera Coupé S mit ebenfalls 385 PS schlägt mit 94.000 Euro zu Buche, für ein BMW 650i Coupé werden 80.000 Euro fällig. Der Mercedes SL 500 mit 388 PS reißt mit 109.000 Euro nach oben aus.