Extremsportler: Probefahrt im Caterham CSR 260 Superlight

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Ein Dach hat der CSR 260 Superlight nicht. Aber das ist bei Caterham nichts Außergewöhnliches. Das Prädikat "Superlight" verdient er sich wegen zusätzlicher Gewichtseinsparungen. So fehlt die Frontscheibe, es gibt keine Türen und das Armaturenbrett ist aus Karbon. Alles was bei Caterham wie Karbon aussieht, besteht auch tatsächlich aus dem Kohlefaser-Stoff. Die ebenfalls daraus gefertigten Rennsitze ziehen sich an einigen Stellen extrem dünne Polsterungen über – und sind deshalb richtig bequem. Und auf dem Beifahrer-Sitz warnt er dann: der Aufkleber "No fat Chicks", der keiner Übersetzung bedarf.

Die extremen Gewichtseinsparungen bringen ein paar ungewöhnliche Umstände mit sich. So wirkt der Schalter für den Scheibenwischer absurd deplaziert in einem Auto, welches dauerhaft von seiner Frontscheibe befreit wurde. Kurt Hoffmann von Hoffmann & Rink in Neuwied, einer der größten Caterham-Händler Deutschlands, hat sich nämlich so einiges einfallen lassen, um den Wagen noch leichter zu machen. So fehlt zum Beispiel auch die Handbremse, an ihrer Stelle hängt traurig-schlaff der Leder-Balg, aus dem sie herausgucken sollte. Die starren Außenspiegel lassen sich nur unter Einsatz eines Schraubenziehers verstellen und der auf dem Armaturenbrett sitzende Rückspiegel zittert mit den Fahrzeug-Vibrationen um die Wette. Am Ende des Abspeckens steht eine Zahl: 515 Kilogramm.

Zwei Caterham CSR 260 Superlight gibt es in Deutschland. Einen hat Hoffmann 2007 nach Deutschland geholt. Der wurde ihm sofort unter dem Hintern weggekauft. Umgehend hat er sich einen zweiten besorgt. Festgezurrt mit Vierpunktgurten sitzen wir im Wagen, und wollen nur noch starten. Die Zahl 260 im Namen des Wagens ist ein Hinweis auf die 260 PS, mit denen er unterwegs ist. Eine Pferdestärke muss sich also gerade mal um 1,98 Kilogramm Fahrzeuggewicht kümmern. Dieser Agilitätsindex treibt der Konkurrenz den Angstschweiß auf die Stirn. Vollkommen zu Recht: 2,24 Kilogramm sind beim Yes! Roadster 3.2 Turbo S, 2,45 Kilogramm beim Ferrari F430 Scuderia, 2,98 Kilogramm beim Porsche 911 GT2 und 3,90 Kilogramm – also beinahe das Doppelte wie beim Superlight – bei einer Lotus Elise SC. Alles eine Frage der Perspektive: Aus Sicht eines CSR 260 Superlight ist eine Lotus Elise SC mit ihren 860 Kilogramm fett und schwer. Auch die 2,99 Kilogramm pro PS beim 2-Eleven können hier den Seven-Urvater Lotus nicht retten. Nur die 300-PS-Variante des Ariel Atom, eine Art Baugerüst mit Motor, schleppt noch weniger Ballst pro PS: 1,67 Kilogramm.