Fahrbericht Mini Cooper D 1.5
Beim Einparken - für Großstadt-gerechte Kleinwagen ein sehr wichtiges Kriterium - macht der Mini immer noch eine gute Figur. Nach wie vor gibt es viele Parklücken, die für Kompakte wie VW Golf oder BMW Einser zu klein, für den knapp einen halben Meter kürzeren Mini jedoch wie maßgeschneidert sind. Dass beim Rangieren in diese Lücken die Übersicht nach hinten etwas eingeschränkt ist, gleichen gegen 350 Euro Aufpreis sinnvolle Parksensoren am Heck aus (für vorne und hinten kosten sie 790 Euro).
Es war in der Neuzeit nie billig, den bayerisch-britischen Kleinwagen zu besitzen. Der von uns getestete Basis-Diesel Mini One Cooper D 1.5 mit 85 kW/116 PS ist erst ab 21.800 Euro zu haben - für etwa die selbe Summe erhält man auch größere und ähnlich motorisierte Autos, oder für weniger Geld ähnlich kleine Konkurrenz. Der aktuelle Mini glänzt allerdings mit hervorragendem Wiederverkaufswert, was spätestens bei der Schlussbilanz von Kauf- und späterem Verkaufspreis die dazwischen liegenden Kosten senkt.
Kultivierter Kraftzwerg
Ein Argument für den Mini One Cooper D 1.5 kann auch sein effizienter und bärenstarker, dabei stets kultiviert agierender Selbstzünder sein. Nicht die Spitzenleistung von 116 PS ist beim Dreizylinder entscheidend, sondern eher die 270 Nm Drehmoment, die der Kraftzwerg schon bei 1750/min an der Kurbelwelle bereitstellt. Dabei widerlegt der kleine Diesel alle Dreizylinder-Skeptiker und erweist sich als ausgesprochen laufruhig und vibrationsarm. Den Normverbrauchswert von 3,5 Liter auf 100 Kilometer aus dem Katalog hält er nicht ein. Die gemessenen 4,9 Liter sind bei stets zügigem Vorwärtskommen im Stadtverkehr noch vertretbar. Beim Dahincruisen auf der Autobahn mit konstant 120 km/h sind es 4,4 Liter.
Es macht Spaß, mit dem Mini im Stadtverkehr unterwegs zu sein. Und es ist absolut zumutbar, mit ihm längere Autobahntouren oder kurze Strecken zu viert zu bewältigen. Vorn ein Raumwunder setzt er hinten und im Kofferraum zwar nach wie vor keine Glanzpunkte, hat sich jedoch in diesen Disziplinen wenigstens spürbar verbessert. Sein lifestyliges Flair hebt den flinken Premium-Kleinwagen von der Masse der Autos unter vier Meter Länge ab. Ob man sich dies gerne etwas kosten lässt, hängt natürlich vom Geschmack ab. Nüchterne Rechner haben den Mini One selten auf dem Zettel, aber Lifestyle-Fans dürfen sich jetzt über praktische Fortschritte der jüngsten Generation freuen.