Fahrbericht: Triumph Tiger Sport

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Das Ergebnis der umfangreichen Maßnahmen ist beeindruckend. Die Laufruhe des Dreizylinders ist vorbildlich geworden, kaum zu glauben, wenn man den rauen Burschen von früher noch kennt. Im Durchzug war der 1050-cm3-Motor schon immer souverän, daran hat sich zum Glück nichts geändert. Trotz ihrer 244 kg mit vollem 20-Liter-Tank zieht die Tiger Sport wie vom Gummiband gezogen bis zur Höchstleistung bei 9500/min durch. Begleitet wird sie dabei von einem herrlich fauchenden Sound, wie es nur ein Dreizylinder zu bieten vermag. Der Name Tiger ist hier Programm.

Die Sitzposition ist betont aufrecht, allerdings müssen die Arme weit vorgestreckt werden, weil der Tank relativ lang geriet. Der einstige billige Blechlenker ist längst einem konischem Exemplar aus Aluminium gewichen, die Rückspiegel sind nun auch aus dem Leichtmetall gefertigt. Die neue Sitzbank umschmeichelt den Allerwertesten des Fahrers und positioniert ihn auch etwas tiefer in nur noch 830 mm Höhe. Das lässt die Tiger Sport sogar für Motorradler ohne Gardemaß in die nähere Auswahl rücken.

Die schwimmend gelagerten Vierkolbenbremssattel von Nissin verzögern das Vorderrad heftig mit einem klar definierten Druckpunkt. Selbst mehrere Vollbremsungen hintereinander können die Bremsanlage der Tiger Sport nicht in Verlegenheit bringen, auch wenn die Vorderradgabel dabei relativ weit eintaucht. Das Fahrwerk hinterlässt zwar einen durchweg guten, aber nicht ganz so souveränen Eindruck. Die Showa-Gabel lässt sich komplett einstellen, ist aber – genau wie das hintere Federbein – eher komfortabel abgestimmt, was für einen Sporttourer ja auch Sinn macht. Unruhe oder gar Aufschaukeln ist der Tiger Sport selbst bei Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h fremd. Das Problem liegt vielmehr darin, dass die Triumph zwar nicht stur, aber auch kein Ausbund an Handlichkeit ist. Bei dem langen Radstand von 1540 mm ist das natürlich nicht verwunderlich, in flott gefahrenen engen Kurven verlangt sie manchmal nach kleinen Korrekturen, sonst hält sie die Linie nicht.

Außerdem reagiert die Britin empfindlich auf zu geringen Luftdruck, dann wirkt sie kippelig. Das optionale Reifendruckkontrollsystem sollte bei der Bestellung mitgeordert werden, Luft nachzufüllen ist dank der abgewinkelten Reifenventile eine einfache Übung. Wer sich auf die Eigenart der Tiger Sport einstellt, durcheilt Kurvenkombination flüssig, denn die Fuhre lässt sich über den breiten Lenker leicht in Schräglage bringen. Vor allem punktet die Triumph jetzt mit einer deutlich feinfühligeren Gasannahme, früher setzte die Leistung selbst beim vorsichtigen Aufziehen des Gasgriffs recht schlagartig ein und versaute einem oft die Linie.