Fahrbericht: VW Polo GTI
VW nennt im NEFZ 5,9 Liter. Wer auch nur in die Nähe dessen kommt, muss sich fragen, ob er das richtige Auto gewählt hat. Schon im gemäßigten Einsatz sind acht Liter normal, wer es darauf anlegt, kann natürlich auch sehr viel mehr verbrauchen. Partikelfilter – nicht abzusehen. Der Volkswagen-Konzern, dem in dieser Hinsicht eine Imagepflege gut tun würde, verzichtet in den meisten Modellen nach wie vor darauf. Schade, dass den Kunden der Filter nicht einmal gegen Aufpreis angeboten wird. Die Zahl derer, die ab dem kommenden Jahr nicht mit einer veralteten Abgasnorm dastehen wollen, ist möglicherweise größer als sich manch ein Kalkulator denkt.
Gut abgestimmt
Das serienmäßige Fahrwerk, das den GTI um 15 mm tieferlegt, entspricht weitgehend dem Sportfahrwerk, das als Option auch für den zivil motorisierten Polo bestellbar ist. Im Testwagen war ein Fahrwerk mit verstellbaren Dämpfern verbaut. Im Normalmodus ist der Polo GTI ein komfortabel gefedertes Alltagsauto, mit dem sich auch lange Strecken ohne gestauchte Wirbel bewältigen lassen. Gut so, denn übertriebene Härte nervt im Alltag schnell. Im Sportmodus versteift sich die Dämpfung bis kurz vor die Ruppigkeit, was spätestens dann kein Geschwindigkeitsplus bringt, wenn der Straßenbelag in Kurven nicht plan ist. Andererseits sind Geradeauslauf und Traktion erstaunlich gut – VW hat hier bei der Abstimmung gute Arbeit geleistet.
Konkurrenz im eigenen Haus
Der Polo GTI kostet aktuell mindestens 23.950 Euro. Mit dem Schaltgetriebe dürfte der Einstiegspreis ab dem Sommer 2018 leicht sinken. Bei der Ausstattung lässt VW wie üblich noch reichlich Raum für weitere Investitionen. 17-Zoll-Alus, Einparkhilfe, manuelle Klimaanlage und ein Radio sind enthalten, viel mehr aber auch nicht. Wem das am Ende doch zu viel erscheint, kann bei VW nun auch einen günstigeren GTI ordern: Nach unendlich viel Vorlaufzeit bekommt der Up nun auch ein Modell mit diesem Kürzel.
(imp)