Weniger ist mehr
Eher unfreiwillig, nämlich aufgrund staatlicher Regularien zur Fahrzeuggröße, hat einmal mehr Suzuki 1991 den Beweis geführt, dass kleine, leichte Sportwagen mit einem kleinen Motörchen mehr Spaß bringen können als große, gut motorisierte. Der puristische Roadster ist heute eine Rarität
- Marcel Sommer
München, 22. Juni 2015 – Eher unfreiwillig, nämlich aufgrund staatlicher Regularien zur Fahrzeuggröße, hat einmal mehr Suzuki 1991 den Beweis geführt, dass kleine, leichte Sportwagen mit einem kleinen Motörchen mehr Spaß bringen können als große, gut motorisierte. Zu dieser Zeit sind sogenannte Kei-Cars, Fahrzeuge, mit einer maximalen Länge von 3,4 und einer Breite von 1,4 Metern, voll im Trend. Jedes Dritte in Japan zugelassene Auto fällt 1991 in diese dort steuererleichternde Kategorie.
Zu diesem Zeitpunkt rollt der erste Cappuccino aus dem Suzuki-Werk in Kosai unter dem Motto "die Erfüllung des Traums, einen stylischen und sehr erschwinglichen Roadster zu besitzen" vom Band. Damit ist er der Dritte im Bunde mit dem Autozam AZ-1 und dem Beat von Honda. Schnell ist daher die Rede vom "Sporty K-Cars ABC" (aus "AZ-1/Beat/Cappucino").
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Bis der in Japan bereits im November 1991 verkaufte Suzuki in Europa erhältlich ist, vergehen jedoch noch zwei Jahre, denn eigentlich sollte er das Land überhaupt nicht verlassen. Doch im Oktober 1993 wird er im klassischen Land der kleinen Roadster - England - ab 11.995 Pfund angeboten. Anders als in Japan ist der 3,30 Meter lange, 1,40 Meter breite und 1,19 Meter hohe Zweisitzer ausschließlich in Cordoba Rot oder Mercury Silber Metallic zu bestellen. Am Ende liegt die Quote bei 80:20 auf Seiten des beliebteren Rottons. 1110 Cappuccinos werden zwischen 1993 und 1995 in Großbritannien registriert. Produziert werden bis Ende 1997 insgesamt 28.010 Exemplare.
Vier verschiedene Dach-Konfigurationen
120 Stück gelangen nach Deutschland, ungefähr 70 davon sind noch fahrtüchtig. Schon nach den ersten Metern wird klar, warum diese Art der Fortbewegung eigentlich jeder einmal erleben sollte. Doch vor diesen ersten, sehr eindrucksvollen Metern, steht das Einsteigen. Und noch davor die große Frage: Passe ich da überhaupt rein? Beim Suzuki Cappuccino stehen vier verschiedene Dach-Konfigurationen zur Auswahl: Cabrio, Targa, T-Dach und geschlossenes Dach. Nur wenige Handgriffe führen zum gewünschten Ergebnis. Die nicht benötigten Teile lassen sich im winzigen Kofferräumchen verstauen. Ab einer Fahrergröße von 1,85 Meter ist ein Mix aus T-Dach und geschlossenem Dach, mit der Lücke über dem Fahrersitz ein guter, wenn nicht sogar der einzige Kompromiss. Denn mit Dach wird es eindeutig zu eng.