In schwierigem Terrain: Probefahrt im Jeep Patriot
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Allrad auf Abruf
Passend zum patriotischen Namen hört das Allradsystem des Jeep auf die Bezeichnung "Freedom Drive I". Hinter dem Begriff verbirgt sich ein permanentes Allradsystem mit manuell sperrbarer Drehmomentverteilung über eine elektronisch gesteuerte Lamellenkupplung im Hinterachsdifferential. Sie lässt sich über einen Schalter in der Mittelkonsole aktivieren. Im normalen Fahrbetrieb wird die Kraft zu 100 Prozent an die Vorderachse geleitet, der Allradantrieb schaltet sich nur bei Bedarf zu. Im Test zeigte sich, dass in den allermeisten Situationen der Frontantrieb völlig ausreichend ist. Selbst im Gebirge kommt der Patriot damit erstaunlich weit.
Günstiger Verbrauch
Jeep verspricht sich von diesem Allradsystem einen geringeren Kraftstoffverbrauch. Tatsächlich ermöglicht der Pumpe-Düse-Diesel recht niedrige Verbrauchswerte für diese Fahrzeugklasse. Im Testmittel genehmigte sich der Patriot 7,2 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Damit liegt er nicht weit entfernt von der Werksangabe, die einen Durchschnittsverbrauch von 6,6 Litern nennt. Angesichts seiner wenig windschlüpfrigen Form und des Allradantriebs geht der Testverbrauch des Patriot mehr als in Ordnung, der im übrigen für eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 190 km/h gut ist. Selbst auf Passagen mit hohem Stop-and-Go-Anteil waren nicht mehr als 8,7 Liter fällig. Einziger kleiner Wermutstropfen ist der mit einer Kapazität von 51 Litern recht klein geratene Kraftstofftank, welcher die Reichweite einschränkt.
Nicht billig, aber preiswert
Auf den ersten Blick erscheint der Preis unseres Testwagens mit 33.040 Euro relativ hoch. Festzuhalten ist aber, dass es sich hier um den nahezu komplett ausgestatteten Patriot Limited 2.0 CRD mit Limited-Plus-Paket handelt. Das umfasst ein DVD-Navigationssystem, ein elektrisches Glasschiebedach und einen CD-Wechsler. Der Einstiegs-Patriot mit Diesel ist der Sport 2.0 CRD für 26.890 Euro. Schon hier gehören die wichtigsten Extras wie eine Klimaanlage, ein CD-Radio, elektrische Fensterheber und sogar 17-Zoll-Leichtmetallräder zur Serienausstattung. Noch günstiger ist der Patriot Sport 2.4 mit 170-PS-Benziner für 24.490 Euro. Negativ ist aber, dass es für die Sport-Ausstattungen abgesehen vom Metalliclack keinerlei Extras gibt. Die Limited- und Limited-Plus-Pakete, in denen unter anderem das Navigationssystem enthalten ist, sind dem Patriot Limited vorbehalten. Käufer der Sport-Ausstattung müssen mit dem Zubehörangebot ihres Jeep-Händlers vorliebnehmen. Dennoch liegt der Sport 2.0 CRD mit seinen 26.890 Euro im Vergleich mit der Konkurrenz gut im Rennen: Der mit 4,43 Meter fast gleich lange VW Tiguan 2.0 TDI kostet als Trend+Fun 28.800 Euro, besitzt aber einen moderneren Common-Rail-Diesel. Im gleichen Preisgefüge befinden sich der Hyundai Tucson 2.0 CRDi 4WD mit 140 PS für 28.900 Euro und der Toyota RAV4 2.2D mit 136 PS für 28.600 Euro.