Lichtdurchflutet: Nissan Micra C+C im Test
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Gewicht hilft
Auch das Fahrwerk des Cabrios entspricht dem der Micra-Limousine. Allerdings hat der offene Wagen etwas schwerere Knochen und bringt deshalb 110 Kilogramm mehr auf die Waage. So mussten die Feder-Dämpfer-Raten angepasst und dickere Quer-Stabilisatoren eingebaut werden. Das Gerumpel auf Schlaglöchern und kurzen Wellen haben die Ingenieure ins Cabrio hinübergerettet, aber die Seitenneigung in schnellen Kurven fällt deutlich geringer aus – die dicken Querstabilisatoren machen hier einen guten Job. An dem wohl definierten Einlenk- und Bremsverhalten gibt es wie in der Limousine nichts zu mäkeln. ESP gibt es ab der Ausstattung Tekna, aber nicht für die anscheinend seltene Kombination 1,6-Liter-Motor/Automatikgetriebe.
Brauchen wir hier mehr als 110 PS?
Nein, brauchen wir nicht. Der 1,6 Liter-Benziner mit 110 PS und einem maximalen Drehmoment von 153 Newtonmeter klingt schon ab 2700 U/min wie ein ganz großer Motor. Mit jedem 100er-Drehzahlschritt mehr steigt das Brummen im Wagen – ein beinahe unpassend sportliches Feeling verbreitet sich in der Kabine. Nur gut, dass das Radio zum einen zwischen geöffnetem und geschlossenem Fahrzeug unterscheiden und zum anderen seine Lautstärke der Motorlautstärke anpassen kann. Maximal sind 190 km/h drin, wobei der Tacho des Wagens sogar bis zu beängstigenden 220 km/h reicht. Immerhin spurtet der Kleine so gerüstet in 10,6 Sekunden in den dreistelligen Geschwindigkeitsbereich – seinen Wunsch loszudonnern, spüren wir bei jedem Anfahren. 6,7 Liter werden dabei in Vortrieb verarbeitet.
FĂĽnf oder Wandelung
Das Cabrio muss mit fünf Gängen auskommen, genauso wie die Limousine. Auch hier rasten die Gänge präzise ein, und jedes Mal ist ein kleiner Widerstand zu überwinden. Wegen des knurrenden Motors macht das Schalten aber etwas mehr Spaß. Ab 90 km/h wird es richtig laut in der Kabine, hier vermissen wir einen sechsten Gang. Die historische Vierstufen-Wandlerautomatik für 800 Euro wird daran nichts ändern können.