Das alte Stollenrezept

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Allerdings werden die modernen Scrambler von ihren Besitzern nicht mehr ins Gelände ausgeführt, auch wenn das die ursprüngliche Idee dieser Gattung war. Aber mit über 200 Kilogramm Gewicht und kurzen Federwegen will niemand mehr so recht vom Asphalt runter. Ein paar Schotterwege mit minimalem Kurvenanteil sind da schon das höchste der Gefühle. Moto Guzzi griff selbstverständlich zu italienischen Pneus und die Pirelli MT 60 RS glänzen mit gutem Grip auf der Straße.

Bei losem Untergrund ist Vorsicht geboten, aber zum Glück gibt es die V7 II jetzt endlich mit ABS. Fast schon unanständig modern für Moto-Guzzi-Verhältnisse ist die Traktionskontrolle. Wer die beiden elektronischen Systeme für Stilbruch hält, kann sie auch abschalten. Außerdem spendierte der Hersteller seiner V7-II-Modellreihe ein neues Getriebe, das deutlich weniger kracht und sich präziser schalten lässt sowie eine verbesserte Ergonomie. Außerdem sind die ersten und letzten beiden Gänge enger gestuft. Die Teleskopgabel wird von Faltenbälgen wie anno dazumal geschützt. Mehr Federweg erhielt die Stornello nicht, auch einen Schutz für die Rahmenunterzüge sucht man vergeblich.

Die Sitzposition auf einer V7 II ist sehr entspannt und auch nach längerer Tour fühlt sich der Fahrer noch frisch. Ein hoher und breiter Lenker versteht sich bei einem Scrambler von selbst und der Kniewinkel passt sogar groß gewachsenen Guzzisten. Die Sitzbank der Stornello wurde etwas aufgepolstert, auch für den hinteren Passagier. Den Heckrahmen verlängerte Moto Guzzi bis zum Rücklicht über dem kleinen Kennzeichenträger. Der Heckfender aus gebürstetem Aluminium ist kürzer als bei den anderen V7-Modellen und passt perfekt zum Look der Stornello. Aus demselben Material ist der Vorderradkotflügel gefertigt. Auf dem 21-Liter-Tank kleben Knie-Pads aus Gummi.

Unterhalb der Sitzbank finden sich auf beiden Seiten ovale Startnummerntafeln aus gebürstetem Aluminium, über dem Rundscheinwerfer wurde eine halbrunde Maske aus demselben Material platziert. Auch wenn sicher niemand mehr Rennen mit der V7 fahren will, wirken die Komponenten sehr stilvoll. Die Fußrasten sind ebenfalls aus Aluminium und auf der Trittfläche schachbrettartig eingeritzt, um den Sohlen etwas mehr Grip zu bieten. Der Alu-Bremshebel für den hinteren Stopper wurde verlängert, damit man ihn auch im Stehen besser betätigen kann.