Nachfolger des Porsche 911 gewinnt an Konturen
Die Umgestaltung der Porsche-Legende ist eine harte Nuss für die Designer, und die Zeit rast bis zu der für 2011 erwarteten Premiere der Bauriehe 998. Wir haben Coupé und Cabrio auf Erprobungsfahrten erwischt
- rhi
München, 22. Januar 2009 – Die Aufgabe ist nicht ganz so heikel wie es der Versuch einer Neuauflage das legendären Flügeltüren-Mercedes 300 SL wäre, aber auch schon die Modellpflege einer lebenden Legende wie dem Porsche 911 dürfte den zuständigen Designern manches Kopfzerbrechen bereiten. Langsam aber sicher schält sich der kommende Elfer mit dem internen Code 998 für die Erprobungsfahrten aus seinem Kokon. Wir haben neue Erlkönige von Coupé und Cabrio entdeckt.
Evolution statt Revolution
Es ist ein Dilemma für die Gestalter: Entweder man ändert fast nichts so wie Citroën in 42 Jahren an der Ente, oder man versucht es mit regelmäßigen Facelifts wie Porsche beim 911. Wie sensibel die eingefleischten Fans auf Änderungen reagieren, mussten die Schwaben im Jahr 1996 nach Einführung des 911 der Baureihe 996 feststellen. Die Traditionalisten schrien Zeter und Mordio, als die Stuttgarter den luftgekühlten Boxermotor zugunsten einer Ausführung mit Wasserkühlung in Rente schickten. Hinzu kam eine kontrovers diskutierte Frontpartie mit den so genannten "Spiegelei-Scheinwerfern". Kein Wunder also, dass Porsche in der Folge behutsamer mit dem 911 umging, der sich formal inzwischen wieder mehr dem Urmodell von 1963 angenähert hat.
Nachfolger des Porsche 911 gewinnt an Konturen (14 Bilder)

Sieht aus wie das aktuelle 911 Cabrio, ist aber dessen Nachfolger mit dem Code 998.
Baureihe 998
Wie die aktuellen Erlkönigfotos zeigen, bleiben die Schwaben auch beim nächsten Elfer der Baureihe 998 der bekannten Grundform treu. Die geschwungene Fensterlinie ändert sich nur minimal in der Größe und der Länge. Nur zu Tarnungszwecken dienen anscheinend die Aufkleber vor den hinteren Radkästen, die Lufteinlässe vortäuschen. Auffällig ist die Lage der Außenspiegel: Sie wandern etwas weiter nach hinten auf die Tür. Sowohl Front- als auch Heckpartie sind noch stark verkleidet, wobei der Vorderwagen seine Geheimnisse erst auf den zweiten Blick preisgibt. Zunächst denkt man an den aktuellen Elfer, doch hinter dem massiven Stoßfänger mit Spoilerlippe erkennt man bei genauerem Hinsehen Teile der neuen Frontpartie. Dennoch dürften auch beim 998-Modell die Scheinwerfer in tunnelförmig ausgeprägten Kotflügeln sitzen. Ob die Leuchten LED-Technik bekommen, ist noch unklar, von dieser Entscheidung hängt jedoch die künftige Größe der Elfer-Augen ab.