Sportereignis: der Lotus Evora IPS
Tolles Fahrwerk
Raus aus dem Lotus-Werk, ziehen wir zügig um eine Kurve – wir sind sofort eins mit dem Wagen. Ohne zu wanken, geben sowohl die präzise direkte Lenkung als auch das unglaublich ausgewogene Fahrwerk und das extrem steife Chassis Sicherheit. Den ersten Speed-Bumper in der Altstadt von Norwich gehen wir vorsichtig an – alle weiteren nehmen wir flotter, das Fahrwerk gibt sich in diesen Extremsituationen unerwartet gutmütig. Und die wohl dosierbaren sowie kräftigen Bremsen komplettieren das gute Bild.
Motor: Gut umgesetzt
In unserem britischen Wagen schlägt ein japanisches Herz: Der 3,5-Liter-Sechszylindermotor wird auch im Toyota Camry eingebaut. Lotus hat dem Aggregat das firmeneigene T6-Motormanagement verpasst und ihm die nötige Knurrigkeit und Spritzigkeit verpasst. 280 PS und ein maximales Drehmoment von 350 Nm umsorgen den rund 1400 Kilogramm leichten Wagen. In 5,5 Sekunden geht es von null auf 100 km/h, als Höchstgeschwindigkeit sind 250 km/h möglich. Die Unterschiede zum Evora mit Handschaltung sind minimal: Dort ist man in 5,1 Sekunden auf Referenztempo, maximal werden 261 km/h erreicht. Der Motor hinter uns grummelt genüsslich und die leichte Anfahrschwäche, die wir noch beim Handschalter gespürt haben, fühlen wir nicht. Der Verbrauch geht mit 8,8 Liter pro 100 Kilometer in Ordnung. Beim Handschalter würden 8,5 Liter fällig.
Automatik mit Charakter
"Man kann ruhig spüren, wenn die Automatik schaltet." sagt uns Entwicklungschef Wolf Zimmermann. Wir düsen durch die englische Landschaft und finden, dass sich die neue Sechsgang-Automatik unspektakulär in den Antriebsstrang fügt. Schließlich wird sie auch bei Toyota an den Camry-Motor gekoppelt. Außerdem kommt die U660E-Automatik noch im Lexus RX 350 zum Einsatz. Aber schon die Bedienung ist bei Lotus anders: Die Einstellungen "Neutral", "Reverse" oder "Drive" werden per Knopfdruck vorgenommen.