Vorstellung: BMW 7er 2019

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Größeren Handlungsbedarf gab es bei den Motoren. BMW hatte im Frühjahr 2018 alle Benziner vorübergehend aus dem 7er-Programm genommen. Grund dafür waren die strengeren Grenzwerte für den Feinstaubausstoß, die im Rahmen der Abgasnorm Euro 6c für Benzin-Direkteinspritzer eingeführt wurden. Erst jetzt bekommen die 7er-Benziner einen Partikelfilter. Bei die Dieselmotoren bleibt es bei der Kombination aus Speicher- und SCR-Kat. Zum Verkaufsstart wird das Motorenprogramm wie folgt aussehen:

750i / 750Li V8 530 PS

M760Li xDrive V12 585 PS

730d R6 265 PS

740d R6 320 PS

750d R6 400 PS

745e R6 394 PS Systemleistung

Der V12 leistet damit 25 PS weniger als bisher, bietet aber mit 850 immerhin 50 Nm mehr Drehmoment. Die Eckdaten lauten: 3,8 Sekunden im Standardsprint, bis zu 305 km/h Höchstgeschwindigkeit und 12,4 Liter im WLTP.

Mehr tut sich beim Plug-in-Hybrid im 745e, der deutlich kräftiger wird als bisher. Der E-Motor bleibt unverändert, er leistet weiter 83 kW. Der Benziner ist künftig kein Vier-, sondern ein Sechszylinder mit 210 statt 190 kW. Die Systemleistung steigt damit von 240 kW (326 PS) auf 290 kW (394 PS). Weil die Frage immer mal wieder auftaucht: Die Systemleistung ist nicht zwangsläufig die Addition der Spitzenleistung beider Motoren, weil diese oftmals bei unterschiedlichen Drehzahlen anfällt. Die elektrische Reichweite liegt je nach Ausführung im Zyklus zwischen 50 und 58 km. Bisher waren es 45 bis 48 km, der Fortschritt ist also denkbar gering. Die Brutto-Kapazität der Batterie steigt von 9,2 auf 12 kWh.

Betrachtet man den 745e aus einer gewissen Distanz, bleiben mindestens zwei Fragen übrig. Ein Anstieg der Systemleistung um 50 kW verbessert die Fahrleistungen kaum: Auf Tempo 100 beschleunigt die Limousine mit nun 5,2 gerade einmal 0,2 Sekunden schneller als bisher. Ein um knapp 100 kg gestiegenes Leergewicht dürfte daran seinen Anteil haben. Ist das ein Fortschritt, der schwerer wiegt als ein Feigenblatt?

Losgelöst davon stellt sich zudem auch hier die Systemfrage. Ein Plug-in-Hybrid spart vor allem, wenn er im Kurzstreckenbetrieb, also innerhalb seiner elektrischen Reichweite, auch tatsächlich elektrisch betrieben wird. Vermutlich ist genau dieses Szenario für eine schwere Luxuslimousine aber die absolute Ausnahme. Wie bei der ähnlich konzipierten Konkurrenz stellt sich die Frage, ob die Hybrid-Zyste, abgesehen von einem guten Gefühl, in der Gesamtbilanz etwas bringt. Die Antwort dürfte leichtfallen.

Stärker als der Hybrid legt der neue V8-Benziner zu. Gegenüber seinem mit 330 kW (450 PS) gewiss nicht schwächlichen Vorgänger steigt die Spitzenleistung um 60 kW auf nun 390 kW (530 PS). Anders ausgedrückt: Weniger als 530 PS gibt es im 7er zumindest vorerst nur, wer einen Hybrid oder einen Diesel kauft. Wir vermuten, dass sich bis Ende des Jahres dieser Umstand mit einem 730i und/oder 740i noch ändern wird. (mfz)