Wandel der Autoindustrie: IG Metall und Wirtschaft fordern staatliche Hilfe

Seite 2: Schnelle Entscheidung zur Kurzarbeit gefordert

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In einem Positionspapier von VDA, Gesamtmetall und IG Metall zum Treffen heißt es, es sei von größtem gesamtgesellschaftlichen Interesse, auch in Zukunft eine wettbewerbsfähige, innovative und beschäftigungsstarke Industrie in Deutschland zu haben.

Bei der Erleichterung zum Kurzarbeitergeld müsse schnell gehandelt werden, weil im ersten Quartal viele Unternehmensentscheidungen getroffen würden. Es müsse den Firmen ermöglicht werden, Mitarbeiter trotz vorübergehend geringerer Auftragsvolumen zu halten, heißt es in dem Papier, das der Deutschen Presse-Agentur vorlag. Ein Fonds könnte Zulieferern den Zugang zu Eigen- oder Fremdkapital erleichtern.

Die Autobranche ist mitten in einem grundlegenden Wandel von Benzinern und Dieseln hin zu mehr klimafreundlicheren alternativen Antrieben wie Elektromotoren. Hersteller und Zulieferer müssen Milliarden investieren. Für E-Autos aber sind weniger Jobs nötig, weil es viel weniger Komponenten gibt. Die E-Mobilität wirft bisher jedoch kaum Geld ab.

Zugleich ist die Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten zurückgegangen. Das trifft bisher vor allem Zulieferer. Es gibt bereits Kurzarbeit und die Ankündigung von Arbeitsplatzabbau. Nach einem Szenario im Bericht einer Expertenkommission könnten in der deutschen Autobranche Hunderttausende Jobs in Gefahr sein.

Hofmann hatte vor dem Treffen der dpa gesagt: "Die IG Metall erwartet, dass die arbeitsmarkt- und industriepolitische Flankierung der Verkehrswende einen Schub bekommt und die dafür nötigen Instrumente geschärft werden." Der Zugang zu Kurzarbeit müsse kurzfristig für die Branche erleichtert werden, um die auftrags- und strukturbedingte Unterauslastung ohne Entlassungen zu überbrücken. "Dazu gehört auch die Kostenentlastung der Betriebe, wenn sie Kurzarbeit mit Qualifizierung verbinden und eine Verlängerung der Bezugsdauer auf 24 Monate."

Stefan Wolf, Vorstandsvorsitzender des Automobilzulieferers ElringKlinger und VDA-Vorstandsmitglied, sagte dem Deutschlandfunk, die Branche sei schon sehr gut aufgestellt im Bereich Brennstoffzelle und Batterietechnik. "Aber da mĂĽssen wir natĂĽrlich weiter forschen und wenn da staatliche Gelder zur VerfĂĽgung gestellt werden und nicht nur in unserem Unternehmen, sondern in vielen anderen Zulieferunternehmen, ich glaube, dann schaffen wir den Strukturwandel." Wolf nannte eine Summe von 10 bis 20 Milliarden Euro, auch fĂĽr den Ausbau der Ladeinfrastruktur. (anw)