Zulassungszahlen 2/2018

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Derzeit werben viele Hersteller damit, ihre gesamte Palette gleich auf die Abgasnorm Euro 6d-TEMP umzustellen, die für alle erstmals zugelassenen Autos ab dem 1. September 2019 Pflicht wird. Das ist löblich, allerdings stecken dahinter weniger Sorgen um Gesundheit oder Umwelt, sondern eine kühle Rechnung. Die Grenzwerte für Euro 6c und Euro 6d-TEMP sind identisch. Der Unterschied: In der Euro 6d-TEMP müssen die Autos die Grenzwerte erstmals nicht nur im Labor, sondern auch auf der Straße einhalten. Die Hersteller sparen sich also schlicht eine teure Homologation für eine Abgasnorm, die im nächsten Jahr schon wieder veraltet ist.

Die Zuwachsraten bei den alternativen Antrieben sehen gewaltig aus. Elektroautos legten um 69,1 Prozent zu, Hybridfahrzeuge um 62,3 Prozent. Doch selbst wer Gas-, E- und Hybridautos zusammenzählt, kommt insgesamt nur auf 87.849 Neuzulassungen. Im Gesamtbild von insgesamt 1.839.031 neuen Pkw bleiben sie damit Nischenmodelle, auch wenn langsam Bewegung in dieses Segment kommt.

Bewegung ist auf den ersten Blick auch anderer Stelle zu erkennen. Kompaktwagen liegen mit rund 22 Prozent in der Gunst der Kunden noch immer vorn, doch die SUV-Klasse (18,9 Prozent) holt stetig auf. Allerdings muss diese Aufholjagd relativiert werden. Zwar unterscheidet das KBA noch immer zwischen SUV und Geländewagen, wobei die Hersteller entscheiden, in welche Kategorie ihr Modell einsortiert wird. Doch es gibt, anders als in der Kompaktklasse, bei SUVs und Geländewagen keine Größenunterschiede. So landen ein Audi Q3 und ein BMW X6 ebenso in einer Klasse wie ein Lada Niva und ein Tesla Model X. Anders ausgedrückt: Die großzügige Zusammenfassung der „Hochbeiner“ trägt auch zu ihrem Wachstum bei.

Bei den deutschen Marken verzeichnete Smart im ersten Halbjahr mit 17,5 Prozent den größten Zuwachs, gefolgt von Porsche (+8,9 Prozent), Mini und VW (mit jeweils +8,6) und Ford (+5,7). Die weiteren deutschen Marken bilanzierten in der Statistik mit einstelligen Rückgängen. VW war sich mit einem Anteil von 19,7 Prozent in den ersten sechs Monaten insgesamt die stärkste Marke auf dem deutschen Neuzulassungsmarkt.

Bei den Importmarken erreichten DS (+28,7 Prozent) und Dacia (+24,6) die höchsten Steigerungen. Für Tesla zeigte das erste Halbjahr mit -33,8 Prozent den deutlichsten Rückgang. Skoda verbuchte mit 5,8 Prozent (+8,1) den größten Neuzulassungsanteil, gefolgt von Renault (3,7/-2,8) und Seat (3,3/+16,4). (mfz)