Österreich will Spritpreis-Karussell bremsen

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Ein zweites von Autofahrerklubs und Wirtschaftsminister ausgemachtes Problem wird damit aber nicht gelöst: Die starken regionalen Preisunterschiede. Bis vor kurzem galt ein West-Ost-Gefälle als ehernes Gesetz. In Vorarlberg, Tirol und Salzburg tankte man deutlich teurer als in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland. Doch zwei Marktrebellen haben die Situation schlagartig verändert. Der Ex-Rennfahrer Markus Friesacher eröffnete in Kooperation mit der österreichischen Aldi-Tochter Hofer drei Tankstellen mit Kampfpreisen in Salzburg. Die umliegenden Tankstellen reagierten, die Preisspirale drehte sich kurzfristig so stark nach unten, dass unter dem Einkaufspreis verkauft wurde.

Bei einem zeitweise auf 51 Cent gefallenen Diesel-Literpreis bildeten sich lange Schlangen vor den Zapfsäulen, was umfangreiche Verkehrsbehinderungen zur Folge hatte. Ironischerweise brachte gerade der billige Treibstoff den Verkehr teilweise zum Erliegen. In Kärnten tat sich eine Automatentankstelle als Diskonter hervor, die bei Superbenzin das Salzburger Niveau sogar noch unterbot. Inzwischen sind die Preise in beiden Gebieten wieder deutlich gestiegen, liegen aber doch unter Wiener Niveau. Nun wechselt die Führung bei den Angeboten sprunghaft. So war am vergangenen Freitag Diesel (Super) im oberösterreichischen Mattighofen um 82,4 Cent (93,4 Cent) zu haben, während in Wien mindestens 90,9 Cent (1,019 Euro) zu berappen waren – dabei gilt der Freitag traditionell als teuer. An Schnellstraßen und Autobahnen rund um Wien wurden für Diesel sogar mehr als 1,00 Euro, für Super fast 1,23 Euro verlangt. Bei der ÖAMTC-Spritpreisbörse lagen die höchsten Preismeldungen über die OMV-Tankstelle an der S1 bei Schwechat vor – gleich ums Eck von der OMV-Raffinerie. Das von Ölfirmen gerne bemühte Argument der hohen Transportkosten geht hier ins Leere.