Anders als Apple und einige Mode-Hersteller zieren sich andere Anbieter nicht, an Kunden im Ausland zu verkaufen. Innerhalb der EU ist das in der Regel zolltechnisch unproblematisch; bei der Bezahlung mit Kreditkarte entstehen manchmal Auslandsgebühren. Auch bei Garantiefragen und Rücksendemöglichkeiten ist die Rechtslage innerhalb der Mitgliedsstaaten ähnlich.
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Wer allerdings außerhalb der EU bestellt, muss damit rechnen, dass der Zoll sich die Sendung anschaut und die oben genannten Abgaben berechnet. Gibt es keine eindeutigen Inhaltsangaben oder liegt der Lieferschein im verklebten Karton, muss der Empfänger die Sendung im Zollamt öffnen, sofern sich die Fragen der Beamten nicht telefonisch klären lassen.
Gefälschte Markenware wird vom Zoll vernichtet. Elektroartikeln ohne CE-Zeichen oder ohne deutschsprachige Bedienungsanleitung kann er die Einfuhr verweigern. In diesen Fällen muss man die Ware trotzdem bezahlen. Mit der Elektroschrott-Verordnung oder anderen Import-Bestimmungen haben Privatpersonen in der Regel nichts zu tun, solange sie die Dinge nicht weiterverkaufen.
Woher der Versand erfolgt, sollte man vor der Bestellung genau auf der Website prüfen. Bei Firmen, die kein Impressum haben und keinen Unternehmenssitz angeben, sollte man nicht bestellen.
Die Konversation mit den ausländischen Versendern erfolgt meist in Englisch. Kann man sich bei Streitigkeiten nicht gütlich einigen, wird das Beschreiten des Klageweges ungleich komplizierter, wenn der Gerichtsstand in Übersee liegt.
Ersatzteile
Zehn MacBook-Schrauben für 2 Euro. Da wartet man gerne einige Wochen auf die Auslieferung.
Apple verkauft bekanntlich Ersatzteile nur an seine Werkstätten, die dann auch den Einbau vornehmen müssen. Benötigt man ein spezielles Teil wie einen iPad-Knopf, ein iPhone-Display oder einen MacBook-Akku, hat man als Privatperson keine Chance, Originalteile direkt vom Hersteller zu erhalten.
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Dennoch bieten einige, meist fernöstliche Firmen im Internet passende Teile an. Die sind selten tatsächlich Apple-Originale, aber meist von brauchbarer Qualität (siehe Mac & i Heft 3/2016, Seite 132). Um ein älteres Gerät, das der Hersteller-Service schon nicht mehr repariert, wieder in Schuss zu bringen, reicht sie allemal.
Wir haben zum Beispiel einen Satz von zehn unterschiedlichen MacBook-Schrauben über Amazon in China zum sensationellen Preis von 2,07 Euro inklusive Versand bestellt. Bis der gepolsterte Brief ankam, vergingen dann aber mehrere Wochen. Ein anderes Beispiel waren MacBook-Pro-Füße aus Kunststoff zum Preis von 3,29 Euro oder Ohrpolster für einen AKG-Kopfhörer für 2,44 Euro. Für Letztere berappt man im hiesigen Fachhandel bis zu 25 Euro. Da diese Sendungen unter der Freigrenze (siehe oben) liegen, zahlt man in Deutschland keine Steuern und keinen Zoll. Zudem ist bei derart niedrigen Preisen das finanzielle Risiko überschaubar.