iPhone-Wasserschaden: Was Sie tun können, wenn das iPhone nass geworden ist
Seite 5: Nasses iPhone repariert – Spätfolgen möglich
Selbst wenn ein iPhone nach einer Wasserschadenbehandlung wieder funktioniert, ist unklar, wie lange das so bleibt. Übersieht die Werkstatt eine kleine korrodierte Stelle, gibt das Gerät möglicherweise nach kurzer Zeit wieder den Geist auf. Damit rechtfertigen Apple-Werkstätten auch die grundsätzliche Entscheidung, defekte iPhones bei Wasserschäden nur auszutauschen.
„Neben Kosten und Aufwand sind unvorhersehbare Schäden durch spätere Korrosion das Hauptproblem“, sagt Christoph Stanek vom Apple-Händler Gravis. Auch El-Chafei schließt Folgeschäden nicht grundsätzlich aus, aber dies hänge vom Können und der Sorgfalt des Technikers ab: „Wenn man das richtig macht, jeden Chip durchgeht, jeden Millimeter inspiziert und optisch nichts mehr sieht, dann kann man davon ausgehen, dass das Gerät langfristig funktioniert“, glaubt er.
(Bild: Holger Zelder)
Eine sorgfältige Reparatur treibt allerdings auch den Preis hoch. Bei zu vielen betroffenen Teilen kostet eine Wasserschadenbehandlung schnell mehrere Hundert Euro.
Gemessen am Zeitwert lohnt sich das gerade bei älteren Geräten nicht. Wenn sich noch wichtige Daten auf dem iPhone befinden, aber kein Backup, kann man diese bei manchen Werkstätten retten. Wertvolle Erinnerungen oder sensible Unternehmensdaten rechtfertigen dann vielleicht den hohen Preis.
Flüssigkeitsschaden am iPhone – schwere Entscheidungen
Bei der Werkstattwahl sollte man Kosten und Nutzen abwägen. Günstige Angebote helfen vielleicht, wenn nur wenig Flüssigkeit ins Gerät eingedrungen ist und keine kritischen Teile beschädigt wurden. Sie versprechen aber weniger Erfolg als die aufwendigen Reparaturen auf Chipebene. Basisbehandlungen bei iPhone-Wasserschäden sind ab rund 40 Euro erhältlich, teils auch billiger – aufwändigere Arbeiten können den Preis aber in den dreistelligen Bereich treiben.
Wer dem Können der freien Werkstätten nicht traut, muss bei Apple ein funktionierendes Tauschgerät samt Garantie erwerben, allerdings auch zum höchsten Preis (siehe Tabelle auf Seite 2). Im Fall älterer Modelle wie dem iPhone 6 lohnt mitunter ein Neukauf.
In jedem Fall sollten Sie Ihre Daten regelmäßig sichern – und schnell handeln, wenn Ihr iPhone ins Wasser fällt (siehe Tipps am Anfang des Artikels). Je länger das Gerät mit Flüssigkeit in Berührung kommt, desto schwieriger wird die Reparatur – auch für begabte Techniker. (hze)