Elektro-Smart debütiert in den USA
Mit dem Elektro-Smart macht Daimler einen neuen Anlauf in den USA. Nachdem zuletzt die Verkäufe des konventionellen Smarts rückläufig waren, rechnet man sich mit der Elektrovariante bessere Chancen aus
- Gernot Goppelt
Bloomfield Hills, Michigan, 9. Juni 2010 – Daimler hat den Smart in den USA noch nicht aufgegeben. Mit der Elektroversion versucht der Stuttgarter Autobauer, die Amerikaner doch noch für seinen Zweisitzer zu begeistern. Von Oktober an sollen die ersten von zunächst 250 elektrisch betriebenen Kleinstwagen testweise auf den Highways und in den Citys rollen, wie Smart USA am Dienstag mitteilte. Die Autos gehen an ausgesuchte Kunden. In Großserie wird der Elektro-Smart erst 2012 in den Vereinigten Staaten an den Start gehen.
Der Sprit ist zu billig
Smart macht dem Mutterkonzern Daimler in den USA wenig Freude. Die Verkaufszahlen sind auf einem Tiefpunkt angelangt, seitdem der Sprit in der Wirtschaftskrise deutlich billiger geworden ist. Dabei gab es zunächst eine rege Nachfrage in den USA. Doch das Umfeld hat sich verändert: Kostete die Gallone vor zwei Jahren noch mehr als 4,00 Dollar, so sind es heute um die 2,70 Dollar. Umgerechnet kostet ein Liter 60 Eurocent. Damit fällt für viele Amerikaner der Grund weg, von ihren Straßenkreuzern auf kleinere Autos umzusteigen.
Elektro-Smart debütiert in den USA (3 Bilder)

In den USA gehen ab Oktober 250 Smart ed in den Praxiseinsatz ...
Die Luft ist ´raus
In den ersten fünf Monaten des Jahres konnte der Autohändler Penske, der den Smart in den Staaten vertreibt, nur 2722 Exemplare losschlagen – fast zwei Drittel weniger als im Vorjahr. Selbst in den Metropolen gehört der Zweisitzer zu den absoluten Ausnahmeerscheinungen. Konkurrent BMW hat da mehr Glück: Die Bayern konnten die Verkäufe ihres Mini stabil halten und im gleichen Zeitraum 16.804 Stück in den USA absetzen. Dem Mini fehlt zwar der entscheidende Vorteil beim Parkraumbedarf, dieses Kriterium spielt aber in Nordamerika ohnehin eine untergeordnete Rolle. Dafür passen zur Not vier Personen hinein, das Fahrverhalten ist auf Kompaktklasse-Niveau und das Image bestens.
Mit dem Strom schwimmen
Der Elektro-Smart soll nun neuen Schwung bringen. "Der Smart Fortwo Eletric Drive kommt zum richtigen Zeitpunkt auf den Markt", sagte US-Vertriebschefin Jill Lajdziak. Die Vereinigten Staaten hätten sich Ziele für die Reduzierung des CO2-Ausstoßes gesetzt und versuchten unabhängiger vom Öl zu werden. Der Elektro-Smart kommt mit einer Steckdosen-Ladung im Idealfall 135 Kilometer weit.