Tesla: Aktienkurs sinkt, Musk hat Visionen
Die Auslieferungen von Tesla lagen zuletzt unter den Erwartungen, trotz Rekordwerten im vierten Quartal. Musk hält mit einer Reihe von Visionen dagegen.
(Bild: Tesla)
- Martin Franz
- mit Material der dpa
Lange schrieb Tesla nur Verluste, doch in den zurückliegenden Jahren ging es stetig aufwärts und die Firma macht Gewinn. Eine Zeitlang war das Model Y das meistverkaufte Auto der Welt. Im vierten Quartal 2024 blieb die Zahl der ausgelieferten Neuwagen unter den Erwartungen von Analysten.
Der Umsatz legte im Jahresvergleich um zwei Prozent auf 25,7 Milliarden Dollar zu, Analysten hatten im Schnitt mit rund 27,3 Milliarden Dollar gerechnet. Der Umsatz im Autogeschäft sank um acht Prozent auf 19,8 Milliarden Dollar. Teslas Gewinn fiel im letzten Quartal 2024 um 71 Prozent auf gut 2,3 Milliarden Dollar. Auch beim bereinigten Ergebnis pro Aktie verfehlte Tesla mit 0,73 Dollar die Erwartungen von Analysten von 0,76 Dollar.
Der erste Rückgang
Tesla hatte 2024 den ersten Rückgang der Auslieferungen seiner Elektroautos seit mehr als einem Jahrzehnt erlitten. Der US-Hersteller lieferte knapp 1,79 Millionen Fahrzeuge an die Kunden aus. Das waren 19.355 weniger als 2023. Musk hatte einen leichten Anstieg in Aussicht gestellt. Dafür hätte Tesla aber im Schlussquartal noch 515.000 Autos zu den Kunden bringen müssen. Trotz einer Verkaufsoffensive wurden es 495.570 Fahrzeuge, was ein Rekordwert war.
Autonomes Fahren
Elon Musk kündigte eine Reihe von Vorhaben an, mit denen Tesla weiter wachsen soll. Dazu gehört erneut das Thema autonomes Fahren. Unter anderem kündigte er den Start des ersten Robotaxi-Dienstes von Tesla in der US-Stadt Austin für Juni an. Bis Ende kommenden Jahres soll das in vielen Ländern der Welt möglich sein. Das Versprechen ist nicht neu. Bisher braucht allerdings auch die fortgeschrittene Version von Teslas "Autopilot"-System mit dem Beinamen "Full Self-Driving" (FSD, komplett selbstfahrend) menschliche Aufsicht. Die Google-Firma Waymo bietet inzwischen Robotaxi-Dienste ohne Menschen am Steuer in mehreren US-Städten an.
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Tesla will autonomes Fahren ausschließlich mit Kameras ermöglichen. Die Konkurrenz setzt auf Laser, die die Umgebung dreidimensional erfassen. Sie versprechen mehr Sicherheit, kosten allerdings erheblich mehr als die Kameras von Tesla. Funktioniert Teslas Idee, hat die Marke einen enormen Kostenvorteil und könnte unter Umständen Fahrzeuge über ein Software-Update zu selbstfahrenden Autos machen.
Teslas Baustellen
Noch ist es allerdings nicht so weit, und Tesla hat einige Baustellen im Programm. Wichtig wird für die Marke in diesem Jahr, wie das Publikum auf das nur leicht überarbeitete Model Y reagiert. Denn das dominiert unverändert weltweit die Verkaufszahlen von Tesla. Schon das 2023 überarbeitete Model 3 liegt weit zurück, die deutlich teureren Model S und Model X spielen im globalen Verkauf praktisch keine Rolle. Der Pick-up Cybertruck ist bislang selbst in den USA kein überwältigender Erfolg, und an einen Export nach Europa ist in dieser Form nicht zu denken.
Große Hoffnungen ruhen auf dem Model Q. Das kleine E-SUV soll noch in diesem Jahr bestellbar sein und zu Preisen ab 25.000 US-Dollar angeboten werden. Die Reichweite soll bei bis zu 400 km liegen. Wann dieses Modell in Europa tatsächlich zu haben sein wird, lässt sich derzeit allerdings nicht absehen. Läuft alles ideal, könnte es im kommenden Jahr so weit sein.
(mfz)