Autonomer Audi TTS fährt Pikes-Peak-Rennen nach

Ein autonom fahrender Audi TTS soll es ins Buch der Rekorde schaffen. Im September 2010 soll er das berĂĽhmte Pikes-Peak-Bergrennen im US-Bundesstaat Colorado nachfahren

vorlesen Druckansicht 20 Kommentare lesen
Lesezeit: 3 Min.
Von
  • Gregor Hebermehl
  • Gernot Goppelt
Inhaltsverzeichnis

Pikes Peak (USA), 29. Juni 2010 – Im September wird es spannend, denn dann soll ein modifizierter Audi TTS die Strecke absolvieren, auf der am vergangenen Wochenende das Pikes-Peak-Bergrennen stattgefunden hat. Das Besondere: Der TTS hat keinen Fahrer hinter dem Steuer und soll die Strecke dennoch autonom "im Renntempo" abfahren. Dazu sollen im Prinzip zwei GPS-Sensoren, ein Gyroskop und zwei Computer genügen. Der Audi TTS tritt unter dem Namen "Shelley" an, eine Reminiszenz an die Rallye-Fahrerin Michèle Mouton.

Partner in diesem Forschungsprojekt sind das Dynamic Design Lab der Stanford University (DDL) und das im kalifornischen Palo Alto beheimatete Electronics Research Lab (ERL), das zum Volkswagen-Konzern gehört. "Unser Ziel ist es, die immensen Weiterentwicklungen der Fahrer-Assistenz-Systeme bei der Sicherheit zu zeigen", so ERL-Direktor Doktor Burkhard Huhnke. Den Forschern geht es also nicht darum, den Fahrer von seinem Platz zu verbannen, sondern um die Verbesserung von Systemen zur Vermeidung von Unfällen.

Autonomer Audi TTS fährt Pikes-Peak-Rennen nach (10 Bilder)

Ohne Fahrer unterwegs: der autonom fahrende Audi TTS

"Viele der führenden Automobil-Technologien haben ihren Ursprung im Motorsport", sagt Professor Chris Gerdes, Direktor der Abteilung Automotive Research an der Stanford University. Der autonom fahrende TTS basiert auf einem Serien-TTS. Sein elektronisches Gaspedal und das Doppelkupplungs-Getriebe sollen ihn für eine Automatisierung prädestinieren. Im Kofferraum des selbstfahrenden TTS rechnen zwei Computer, die nicht leistungsfähiger als aktuelle Laptops sein sollen. Ein Rechner ist für die sicherheitsrelevanten Algorithmen zuständig. Der andere Rechner beschäftigt sich mit Algorithmen für die Fahrzeug-Dynamik.

Das Differential-GPS (als Hardware dient ein Applanix POS LV420) des Pikes-Peak-TTS soll in der Lage sein zu erkennen, wenn der Wagen zwei Zentimeter von der Ideallinie abweicht, oben auf dem Berg kann es dann aber doch schon ein Meter werden, vermutlich sind dann die Referenzstation zu weit weg. In Verbindung mit einem Gyroskop und einem wohl sehr feinmaschigen Kartenmaterial ist so eine sehr genaue Positionsbestimmung möglich. Im Prinzip muss der TTS dann also "nur" einen permanenten Abgleich zwischen Soll- und Ist-Position durchführen, um die Strecke zu befahren. Für eine genauere Beschreibung der Technik fehlen uns bisher leider genaue Informationen.