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Auto China Shanghai 2025: Welche Modelle kommen nach Europa?

Die Auto China 2025 in Shanghai verlÀuft vergleichsweise unspektakulÀr. Interessant ist jedoch, welche Modelle chinesische Hersteller in die EU bringen wollen.

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Firefly

Das Elektroauto Firefly aus dem Nio-Konzern wird bald Citroën ë-C3, Renault 5 Electric und den kommenden kompakten Elektroautos von VW Konkurrenz machen.

(Bild: Wolfgang Gomoll)

Lesezeit: 4 Min.
Von
  • Wolfgang Gomoll
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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Auf der Auto China 2025 in Shanghai ging es im Vergleich zur vorigen Messe 2023 ruhig zu, das Treiben in den riesigen Messehallen der Millionenmetropole war geschĂ€ftsmĂ€ĂŸig und professionell. Die Hersteller aus China bereiten dennoch weiter einen langfristigen Verkauf ihrer Modelle in Europa vor. Von den bislang eher mĂ€ĂŸigen Erfolgen jedenfalls lassen sie sich nicht entmutigen. Das ist auch daran erkennbar, dass sie bislang nicht ĂŒber niedrigere Preise versucht haben, kurzfristig Marktanteile zu kaufen, obwohl das möglich gewesen wĂ€re. Erkennbar ist ihnen an einem nachhaltigen Wachstum gelegen. Dass das einige Jahre Arbeit, Investitionen und einen langen Atem bedeuten kann, ist ihnen bewusst. Das macht die Frage interessant, auf welche Modelle sie kĂŒnftig setzen wollen.

BYD-Topmanagerin Stella Li beispielsweise setzt auf den Aufbau eines dichten HĂ€ndlernetzes, Servicestationen und KundennĂ€he. Dass BYD, Chinas Nummer eins bei Elektro- und Hybridautos, einmal auch in Deutschland Erfolg haben wird, ist daher wahrscheinlich. Jetzt mĂŒssen sie entscheiden, welche Modelle sie aus der umfangreichen Produktpalette nach Europa schicken wollen. Es ist ungewiss, ob es die Yangwang U8 Premium Edition schaffen wird. Besser stehen die Chancen fĂŒr die Dynasty-Serie und auch den Kombi Seal 06 DM-i Wagon. Sollte die Sportwagen-CoupĂ©-Studie Denza Z in Serie gehen, könnte sogar ein Konkurrent fĂŒr den Porsche 911 dabei sein.

Ein weiterer Hersteller mit breitem Markenportfolio und großen Anteilen an europĂ€ischen Autoherstellern wie Mercedes und Aston Martin ist Geely. Von Geely stammen die Familien-Vans Volvo EM90 und Zeekr 9X mit leistungsfĂ€higen Antrieben und edlen Interieurs. Vor allem fĂŒr die elektrische Luxus-Version der Mercedes-V-Klasse könnte der batterieelektrische Volvo-Van zu einem ernst zu nehmenden Gegner werden.

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Zeekr greift noch deutlich höher und positioniert sein Luxus-Crossover-Modell 9X selbstbewusst gegen Modelle wie Rolls-Royce Cullinan und Mercedes-Maybach GLS. Laut Zeekr soll er dank eines leistungsstarken elektrischen Allradantriebs in nur drei Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h beschleunigen. Genauer hat die Marke das Antriebskonzept noch nicht beschrieben. SpÀtestens, wenn der 9X im dritten Quartal dieses Jahres auf den Markt kommt, wissen wir mehr.

Ein als "Xiaoyao" bezeichneter Natrium-Ionen-Akku des chinesischen Batterieherstellers CATL soll eine elektrische Reichweite von ĂŒber 380 km bringen. Gleichzeitig will er als Plug-in-Hybrid mit einem 205 kW leistenden Range-Extender unbedingt langstreckentauglich sein, obwohl schon der Akku dank einer Ladegeschwindigkeit von 4C mit einer Ladeleistung von angeblich 1,3 Megawatt extrem kurze Ladezeiten verspricht.

Von der Auto China 2025 nach Europa (11 Bilder)

Der BYD Dynasty hat gute Chancen, nach Europa zu kommen. (Bild:

Wolfgang Gomoll

)

Ein weiterer großer Van mit Elektroantrieb kommt von Xpeng. Der X9 könnte auch in Europa mit der elektrischen V-Klasse von Mercedes-Benz und dem Volvo EM90 konkurrieren. Ebenfalls ein interessanter Neuzugang mit Chancen auf den Export ist der Mazda EZ-60, der in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Hersteller Changan entwickelt wurde. Der 4,85 Meter lange Crossover wird sowohl als BEV als auch als Plug-in-Hybrid angeboten. Im Innenraum dominiert ein 26,45 Zoll großes 5K-Display. Statt Außenspiegeln erlauben Kameras den Blick nach hinten.

Ob das Hybridmodell Hongqi HS9 PHEV SUV nach Deutschland kommt, steht noch nicht endgĂŒltig fest. Schließlich tut sich der staatliche chinesische Hersteller in Europa schwer. Ähnliches gilt fĂŒr die Chery-Marke Jaecoo mit dem J5, einem auch als Elektroauto erhĂ€ltlichen FĂŒnfsitzer.

Besser stehen die Chancen fĂŒr den Leapmotor B01. Wie der Name schon verrĂ€t, basiert die Limousine mit Elektroantrieb auf der gleichen Technik wie der Crossover B10 und da der chinesische Autohersteller zum Stellantis-Konzern gehört, dĂŒrfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis er Europa erreicht. Sicher ist, dass Nio seine neue Marke Firefly im Sommer nach Europa bringen wird. Als erstes Modell kommt ein batterieelektrischer Kompakter mit 41,2 kWh BatteriekapazitĂ€t, laut Angabe gut fĂŒr 330 km Reichweite. Der Firefly wird 29.900 Euro kosten. Ein passender Konkurrent in einem vielversprechenden Segment fĂŒr die Modelle CitroĂ«n Ă«-C3, Renault 5 Electric und den als Studie vorgestellten VW ID.2all.

(fpi)