Elektroautos: Wie Sie Abzocke an Ladesäulen vermeiden

Große Betreiber wollen die Kunden in einen Vertrag nötigen, um ihre Position zu verbessern. Die wichtigste Alternative ist vorerst das Ad-hoc-Laden.

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Volvo EX90 an einer Ladesäule

Die groĂźen Betreiber von Ladenetzwerken wollen die eigenen Standorte besser auszulasten. Das Problem ist eine Oligopol-Bildung und zu wenig Preistransparenz.

(Bild: Christoph M. Schwarzer)

Lesezeit: 5 Min.
Von
  • Christoph M. Schwarzer
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Die öffentliche Ladeinfrastruktur ist das größte Ärgernis beim Fahren mit dem Elektroauto - zumindest für die, die darauf angewiesen sind. Nicht die Verbreitung ist das Problem, denn das Netz ist in weiten Teilen Deutschlands und Europas inzwischen halbwegs passabel ausgebaut. Auch das Roaming funktioniert: Mit der App oder der RFID-Karte eines Anbieters lässt sich der Strom an sehr vielen Säulen der meisten Betreiber freischalten. Das Übel sind die Preise pro Kilowattstunde, die zu hoch und zu unvorhersehbar sind.

Ausgangspunkt der Gemengelage sind die Betreiber (Branchensprache CPO für Charge Point Operator), die viel Geld an einem Standort investieren. Die CPOs müssen die Auslastung maximieren, weil sich ein Ladepunkt so am schnellsten amortisiert. Der einfachste Weg, um die Elektroautofahrer zu den eigenen Säulen zu bewegen, wären niedrige Strompreise. Die CPOs aber haben sich eine andere Konstruktion ausgedacht: Die Vertragsbindung.

Das exemplarische und bekannteste Beispiel ist die Energie Baden-Württemberg, abgekürzt EnBW. Die EnBW hat ein umfangreiches Netz von Schnellladeparks aufgebaut. Die Kunden können wählen, ob sie den "Tarif S" für 59 Cent pro Kilowattstunde haben wollen, den "Tarif M" für 49 Cent oder den "Tarif L" für 39 Cent. Während beim Tarif S keine monatliche Grundgebühr fällig ist, sind es beim Tarif M 5,99 Euro und beim Tarif L 17,99 Euro. Die Strompreise gelten ausschließlich an den Standorten der EnBW. Bei anderen CPOs werden bis zu 89 Cent/kWh verlangt. Die Konsequenz: Wer viel lädt, wird den Tarif L wählen und versuchen, so weit wie möglich die Säulen der EnBW zu nutzen und die anderen zu vermeiden. Faktisch bedeutet das nicht weniger als die Rückabwicklung der Idee des Roamings. Der Markt regelt den Preis nur unzureichend, weil wenige starke Anbieter die Alternativen an den Rand drängen und die Bedingungen diktieren.

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