Auf Tour im Mercedes Viano Marco Polo
Mit dem Marco Polo auf Viano-Basis bietet Mercedes ab Werk einen unmittelbaren Konkurrenten des VW California an. Mit dem Facelift erhält der Schwabe einen modernisierten 3,0-Liter-Diesel
- Gregor Hebermehl
Hamburg, 20. September 2010 – Mit dem Marco Polo auf Viano-Basis bietet Mercedes ab Werk ein Wohnmobil in der Größenordnung des VW California an. Dem will der Schwabe nach der Modellpflege vermehrt Konkurrenz machen. Wir waren mit dem Viano Marco Polo mit modernisiertem 3,0-Liter-Diesel unterwegs.
Mit anderen Augen
Der Viano guckt jetzt mit neuen Scheinwerfern auf die Straße. LED-Tagfahrlicht ist serienmäßig, gegen 1113 Euro Aufpreis gibt es auch Xenonlicht. Der vordere Stoßfänger bekommt nun im unteren Bereich eine Gitteroptik und die Heckleuchten tragen eine schwarze Blende in Glasoptik. Ansonsten ist der Viano Marco Polo ein recht schnittiger Wagen – zumindest wenn man bedenkt, dass er auf einem Nutzfahrzeug basiert. Ist das Hubdach ausgefahren, wirkt der Van richtig gigantisch.
Auf Tour im Mercedes Viano Marco Polo (33 Bilder)

Der neue Mercedes Viano Marco Polo
Gute Stube
Gedacht ist der Marco Polo für vier Übernachtungsgäste. Für unser Verständnis sollte man größere Touren aber nur zu zweit unternehmen, andernfalls hockt man sich schnell auf der Pelle. Das Ausfahren des Dachs geht komfortabel per Knopfdruck, in den dann entstehenden Schlafraum kommt man am besten, indem man die Vordersitze als Treppe benutzt. Das Bett im ersten Stock liegt sich ganz bequem, und serienmäßig helfen zwei Schwanenhals-Lampen beim nächtlichen Lesen. Im Parterre lässt sich die Rückbank mit ein paar Handgriffen zum Bett umklappen, auch hier stimmt das Liegegefühl. Fahrer- und Beifahrersitz lassen sich nach hinten umdrehen. Wenn dann noch der Tisch mit dem recht schwer ausziehbaren Bein steht, kann von Angesicht zu Angesicht gespeist werden.
Teures Gestühl
Seine Herkunft als Nutzfahrzeug offenbart der Viano-Camper auf der Preisliste: Wer die Lederausstattung für 2479 Euro ordert, der muss auch zwei Sitzheizungen dazu nehmen: Eine für den Fahrer und eine für den Beifahrer, macht nochmal 212 Euro pro Platz. Ansonsten ist das vordere Gestühl durchaus langstreckentauglich, die Abwesenheit von Seitenhalt dürfte die angepeilte Zielgruppe tolerieren. Leicht irritiert hat uns, dass die Vordersitze ein bisschen wackelig wirkten, wenn wir die Rücklehnen nach hinten drückten. Auf den Fahrkomfort hat dies allerdings keinerlei Auswirkungen. Was wir uns wünschen würden: Die Heckklappe könnte ruhig noch etwas höher aufschwingen, damit auch groß gewachsene Menschen sich nicht unter ihr durchbücken müssen.