Auf Tour im Mercedes Viano Marco Polo

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Das Fahrwerk des Viano haben die Ingenieure grundlegend überarbeitet. Tragfeder, Federteller, Stützlager, Querlenker und Stabilisator: Alles ist neu. Vor allen Dingen dank der neuen Lager konnte die Karosserie vom Fahrwerk hinsichtlich der Übertragung von Vibrationen besser entkoppelt werden, was auch der Geräuschkulisse zugute kommt. Die optionale Luftfederung (1959 Euro) ist unseres Erachtens noch immer recht hart ausgelegt. Das heißt zum einen: vor großen Schlaglöchern und unübersehbaren Bodenwellen lieber ein bisschen abbremsen. Zum anderen lassen sich aber Kurven überraschend sportlich nehmen, die Agilität des hohen Wagens ist selbst bei hohen Geschwindigkeiten bemerkenswert. Ebenso erfreulich: Die Bremsen verzögern vorbildlich.

Unser Marco Polo wird von einem Sechszylinder-Turbodiesel mit 3,0 Litern Hubraum angetrieben. In seiner neuesten Auflage leistet der Motor 224 PS, der Vorgänger musste noch mit 20 PS weniger auskommen. Das maximale Drehmoment beträgt weiterhin 440 Nm, es liegt zwischen 1800 und 2400 U/min an. Die Leistungssteigerung geht erfreulicherweise mit einer Verbrauchssenkung daher: 8,5 statt 9,2 Liter wandern jetzt pro 100 Kilometer durch den Tank (Werksangaben).

Beim Tritt aufs Gas dreht der Selbstzünder freudig hoch, bringt den Reisewagen schnell auf Touren. Der auf 1800 bar gesteigerte Einspritzdruck lässt den Motorgeräusch deutlich kultivierter erscheinen, ganz leise brummt der Motor vor sich hin. In 9,1 Sekunden spurtet der Marco Polo auf Tempo 100, erst bei 201 km/h ist Schluss. Serienmäßig ist der Sechszylinder an eine Fünfgang-Automatik gekoppelt, die sehr gut zu dem drehmomentstarken Diesel passt. Sehr sanft schaltet sie durch die Stufen, in jeder Situation steht mehr als genug Kraft bereit – auch aus dem Sand des Elbestrands, wohin unser Ausflug führte, wühlte sich der Wagen problemlos wieder frei. Allerdings fehlt der Automatik-Version noch ein Start-Stopp-System.

Der Grundpreis unseres Viano Marco Polo 3.0 CDI beträgt 55.347 Euro. Mit ein paar Extras sind wir schnell bei 75.000 Euro – unbedingt günstig ist so ein kleines Wohnmobil also nicht. Aber VW langt beim Konkurrenzmodell California mindestens genauso zu: Ein T5 California 2.0 BiTDI Comfortline mit Aufstelldach, 180 PS und Doppelkupplungsgetriebe wird beim Einstiegspreis mit 59.191 Euro berechnet.