Vorstellung Ducati DesertX: Enduro entstaubt

Ducati zeigt die Reiseenduro DesertX mit Monocoque und variabler Ventilsteuerung. Ducati hat seine Enduro entstaubt und den Preis um 700 Euro gesenkt.

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Ducati DesertX

Eine Ducati zum in den Staub werfen.

(Bild: Ducati)

Lesezeit: 5 Min.
Von
  • Ingo Gach
Inhaltsverzeichnis

Ducati bringt eine neue DesertX auf den Markt. Auf den ersten Blick ähnelt die Reiseenduro ihrer Vorgängerin, auf den zweiten Blick wird klar, dass es sich um ein komplett neues Motorrad handelt. Dabei war schon die 2021 auf den Markt gekommene DesertX ein ausgezeichnetes Motorrad, das im Design gekonnt Elemente aus den 80er-Jahren zitierte. Die hochbeinige Reiseenduro schlug sich wacker, ob auf Straßen oder abseits davon.

Enduros bei heise Autos

Die neue DesertX wirkt im direkten Vergleich moderner und leichter. Der pummelige Tank wird gegen ein schlankeres Exemplar ersetzt und die Verkleidung schnittiger gestaltet. Sie behält aber ihre beiden LED-Rundscheinwerfer, die jetzt allerdings oben und unten durch gerade Linien angeschnitten sind. Die zweigeteilte Sitzbank ist neu geformt und übertrifft in der Höhe mit 880 mm die Vorgängerin um nur fünf Millimeter.

Am Heck wich der Old-School-Look einer moderneren Formgebung, und unter der Sitzbank verwehren nun Seitencover den Blick auf das Federbein. Auch die Aluminiumschwinge und der Vorderradkotflügel wurden neu gestaltet. Vielleicht am wichtigsten: Die DesertX hat einen neuen Motor. Sie erhält den 890-cm3-V2, der schon in Monster (Test), Panigale, Hypermotard und Multistrada begeistert. Zur Beruhigung der Fans bleibt die Leistung im Vergleich zur Vorgängerin mit 937-cm3-V2 identisch: 110 PS und 92 Nm.

Der zuvor verwendete Motor benötigte für die Maximalleistung mit 9250/min sogar höhere Drehzahlen, beim aktuellen liegt sie, trotz des kleineren Hubraums, schon bei 9000/min an. Das Geheimnis liegt in der variablen Ventilsteuerung. Das ermöglicht auch ein höheres Drehmoment bei niedrigeren Drehzahlen, die Gänge fünf und sechs sind jetzt länger übersetzt.

Ducati DesertX Teil eins (6 Bilder)

Ducati bringt seine Enduro DesertX komplett neu. Auch wenn sie der Vorgängerin sehr ähnlich sieht, hat sie kaum etwas von ihr übernommen. (Bild:

Ducati

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Sehr lobenswert ist, dass Ducati bei der neuen DesertX die Sicht auf den Motor nicht mehr durch Plastikabdeckungen verhindert. Auch der Motorschutz gerät filigraner und eleganter. Ein weiterer wesentlicher Unterschied ist, dass ein Monocoque den Stahlrohrrahmen ersetzt, beim hinteren Hilfsrahmen bleibt Ducati aber bei Stahl. Mit 209 kg Trockengewicht wiegt sie gerade mal ein Kilogramm weniger als die Vorgängerin. Beim Fahrwerk setzt Ducati weiterhin auf Komponenten des japanischen Zulieferers KYB. Sowohl die Upside-down-Gabel als auch das Federbein sind voll einstellbar und ermöglichen 230 und 220 mm Federweg.

Interessant ist, was die Entwickler an der Fahrwerksgeometrie änderten. Mit 1615 mm wächst der Radstand zwar geringfügig um sieben Millimeter, aber der Nachlauf ist mit 114 um 8 mm kürzer und die Gabel steht mit 63 Grad nun steiler. Die Daten versprechen eine verbesserte Handlichkeit. Bei den Dimensionen der schlauchlosen Reifen geht Ducati keine Kompromisse ein. Schließlich soll die DesertX eine hohe Geländetauglichkeit behalten. Deshalb bleibt sie bei den Dimensionen 90/90-21 vorn sowie 150/70-18 hinten und zieht weiterhin die bewährten Pirelli Scorpion Rally STR auf.

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Verzögert wird die Ducati mittels zweier radial montierter Vierkolben-Bremszangen von Brembo über 305 mm große, halbschwimmend gelagerte Bremsscheiben, während hinten ein Zweikolben-Schwimmsattel mit 265-mm-Bremsscheibe unterstützt. Ein serienmäßiger Lenkungsdämpfer unterbindet unerwünschtes Schlagen des breiten Lenkers bei heftiger Beschleunigung. Den Aluminium-Auspuff konnte Ducati kompakt und elegant halten, keine Selbstverständlichkeit in Zeiten von Euro 5+. Gezackte Fußrasten gewähren den Stiefeln sicheren Halt bei Geländeausflügen.

Ducati DesertX Teil zwei (9 Bilder)

Die DesertX wirkt schlanker und moderner als ihre Vorgängerin. (Bild:

Ducati

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Ducati legt Wert auf elektronische Assistenzsysteme, und so bietet die DesertX die sechs Fahrmodi Sport, Touring, Urban, Wet, Enduro und Rallye, eine vierstufige Schlupfregelung, Kurven-ABS von Bosch, Wheelie-Kontrolle, Motorbremsmoment-Regelung, Quickshifter, Tempomat, automatische Blinkerrückstellung und zwei USB-Anschlüsse. Beim Fünf-Zoll-TFT-Display wechselt Ducati vom Hoch- zum Querformat, es bleibt bei der Bluetooth-Kompatibilität mit dem Smartphone. Der neue Polymer-Tank fasst nur noch 18 Liter Volumen, bisher bunkerte die DesertX 21 Liter.

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Seit Ducati bei diesem Motor auf eine desmodromische Ventilsteuerung verzichtet, reduziert sich der Wartungsaufwand und damit die Kosten: Ventilspielkontrolle ist nur noch alle 45.000 km fällig, Ölwechsel nur alle 15.000 km. Das ist nicht der einzige erfreuliche Kostenaspekt, denn Ducati senkt den Preis für die DesertX um 700 Euro auf 16.390 Euro. Die gelungene neue DesertX hat ohne Frage das Zeug, Enduristen anzulocken, die sich gerne abseits befestigter Pfade tummeln. Aber sie bleibt teuer. Die entgegenkommende Preisgestaltung könnte allenfalls noch ein paar Enthusiasten mehr dazuholen.