Mercedes-System erweitert den Nachtsicht-Assistenten
Mit einem neuen Nachtsicht-Assistenten will Mercedes zukĂŒnftig FuĂgĂ€nger in der DunkelÂheit besser schĂŒtzen. Dabei werden die Passanten mit einem BlinkÂlicht vor einer drohenden Kollision gewarnt
Stuttgart, 8. Dezember 2010 â Einer Untersuchung der deutschen Bundesanstalt fĂŒr StraĂenwesen (BASt) zufolge werden nachts fĂŒnfmal so viele FuĂgĂ€nger auf LandstraĂen getötet wie tagsĂŒber. Ăhnlich erschreckend ist eine andere Statistik der BASt: Nachts findet nur 20 Prozent des gesamten Verkehrsaufkommens statt â aber es passieren 40 Prozent der tödlichen UnfĂ€lle. LösungsansĂ€tze fĂŒr eine verbesserte Nachtsicht gibt es schon lĂ€nger. Seit etwa zehn Jahren gibt es Nachtsicht-Assistenten, die den Sichtbereich vor dem Auto mit Hilfe von Infrarotlicht erweitern. Mercedes will sie ab 2011 durch eine Technik erweitern, die nicht nur den Fahrer, sondern auch den FuĂgĂ€nger vor einer Kollision warnt.
Auch der FuĂgĂ€nger wird gewarnt
Mercedes bezeichnet das aktive System als "Spotlight-Funktion". Erkennt die Nachtsicht-Kamera Personen auf oder nahe der Fahrbahn, werden diese automatisch angeblinkt, um den Fahrer auf die potenzielle Gefahr hinzuweisen. So werden auch die FuĂgĂ€nger auf das heranfahrende Fahrzeug aufmerksam gemacht.
Mercedes-System erweitert den Nachtsicht-Assistenten (3 Bilder)

Auf dem Display sind FuĂgĂ€nger frĂŒher zu erkennen als mit Hilfe des Abblendlichtes.
Der Nachtsicht-Assistent mit Spotlight-Funktion erfordert ein abgestimmtes Zusammenspiel verschiedener Bauteile: Infrarotscheinwerfer, Nachtsichtkamera, Mehrzweck-Kamera, Spotlight-Scheinwerfer, Instrumentendisplay und Scheinwerferschalter werden von mehreren SteuergerÀten koordiniert. Eingeschaltet wird die Spotlight-Funktion, indem der Fahrer wie gewohnt die Funktion Adaptiver Fernlicht-Assistent und den Aktiven Nachtsicht-Assistenten Plus einschaltet. Ein Symbol in einem Display im Kombi-Instrument informiert den Fahrer, dass die Spotlight-Funktion aktiv ist. Die Spotlight-Funktion wird dann ab 45 km/h aktiv. Bei Geschwindigkeiten unter 40 km/h wird sie automatisch abgeschaltet.
Zwei Kameras
Die Spotlight-Funktion nutzt Infrarotlicht, um FuĂgĂ€nger in einer Reichweite von bis zu 80 Metern zu erkennen: Zwei separate Lichtquellen im Scheinwerfer beleuchten die Fahrbahn mit unsichtbarem Infrarotlicht. Eine auf dieses Licht spezialisierte Nachtsichtkamera hinter der Frontscheibe nimmt das Geschehen vor dem Auto auf. Das aufgenommene Bild wird auf ein Display im ĂŒbertragen. Hier erscheint eine Darstellung der Szene, sodass der Fahrer FuĂgĂ€nger, Radfahrer oder Hindernisse auf der Fahrbahn frĂŒhzeitig erkennen kann. Sobald das System FuĂgĂ€nger vor dem Auto erkannt hat, werden sie in der Anzeige markiert.