Hyundai wächst – und stapelt tief
- Gernot Goppelt
Nach einem Bericht der Zeitschrift What Car legt Hyundai keinen Wert darauf, unbedingt der größte Automobilhersteller der Welt zu werden, wie Hyundai-Vizepräsident Euisun Chung demnach sagte. Derzeit ist Hyundai hinter Toyota, General Motors, Volkswagen und Ford der fünftgrößte Autobauer der Welt – wuchs aber in den vergangenen Jahren schneller als die "Rivalen".
Zum Anlass der Vorstellung des neuen Coupés Veloster in Detroit sagte Chung laut Bericht: "…wir wollen Autos bauen, die unsere Kunden lieben und die sie veranlassen, Hyundai treu zu bleiben." Chung sagte auch, dass die Hersteller Autos bauen müssten, die Kunden wollen – anstatt die Preise mit Technik nach oben zu treiben, die keiner braucht. "Kunden glauben heute nicht unbedingt, dass teure Autos mit überflüssiger Technik Premiumprodukte sind. Sie wollen, dass ihre Grundbedürfnisse zu einem vertretbaren Preis erfüllt werden … mit einem Auto, das ihre persönlichen Werte und die Zeit, in der sie leben, widerspiegelt".
Vorgestern hatte die Automobilwoche VW-Chef Martin Winterkorn zitiert, der Hyundai als "starke neue Kraft in vielen Märkten" bezeichnet haben soll. In diesem Zusammenhang soll er gesagt haben, "unsere Konkurrenten haben Volkswagen zum Zielwettbewerber erklärt". Die Äußerungen von Euisun Chung deuten zumindest im Fall Hyundai nicht darauf hin.
Andererseits zitierte Anfang Dezember 2010 das Wall Street Journal Hyundais Nordamerika-Chef John Krafcik mit der Aussagen, dass die Koreaner eine eigene Premiummarke plane, die unter der Marke "Genesis" vertrieben werden soll. Vielleicht stapelt Hyundai ja einfach nur tief – anders als Volkswagen, wo man keinen Hehl daraus macht, Weltmarktführer werden zu wollen (ggo)