Experten fordern EU-weit Tempo 80 für Lkw
Den verhassten "Elefantenrennen" von Lkw will der Verkehrsgerichtstag ein Ende bereiten, indem die innerhalb Europa abweichenden Tempolimits für Lkw harmonisiert werden
- ssu
Goslar, 28. Januar 2011 – "Elefantenrennen" von Lastwagen soll ein Riegel vorgeschoben werden. Experten sprachen sich auf dem Verkehrsgerichtstag in Goslar dafür aus, die Höchstgeschwindigkeit schwerer Lastwagen europaweit einheitlich auf Tempo 80 festzulegen. Dies diene der Verkehrssicherheit, schone die Umwelt und senke den Kraftstoffverbrauch. Um die Sicherheit zu erhöhen, appellierten die Vertreter von Interessenverbänden und aus der öffentlichen Verwaltung an die Lkw-Hersteller, die Preise für Assistenzsysteme zu senken und modernste Technik in alle Lastwagen einzubauen.
Bund und Länder sollten auch "angesichts der zu erwartenden hohen Steigerungsraten im Lkw-Verkehr" die Kontrollen intensivieren, verlangten die Experten. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sagte in Goslar, die Menge der auf der Straße transportierten Güter werde bis 2025 um etwa 80 Prozent steigen. Schon jetzt gibt es in Deutschland rund 2,5 Millionen Lastwagen. Er setzte sich erneut für einen Großversuch mit überlangen Lkw ein – dieses Vorhaben trifft in zahlreichen Bundesländern jedoch auf Ablehnung.
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Im Gleichschritt: Ein EU-weit einheitliches Tempolimit für Lkw soll minutenlange Überholmanöver verhindern.
Im Ausland bis zu 90 km/h erlaubt
Während hierzulande auf Autobahnen ein Tempolimit für Lkw von 80 km/h gilt und nach Angaben des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) Tempo 80 gleichfalls in Dänemark, Finnland, Irland, Österreich, Polen, den Niederlanden und Ungarn gilt, dürfen dem BGL zufolge Lkw in Griechenland 85 km/h schnell fahren. In Belgien, Frankreich, Luxemburg, Portugal, Spanien, Estland, Litauen, Rumänien und in der Slowakei seien auf Autobahnen sogar 90 km/h erlaubt. Daraus folge, dass die Tempobegrenzer der Lkw aus den einzelnen Ländern auf unterschiedliche Höchstwerte eingestellt seien – was wiederum zu den "Elefantenrennen" verleitet.