Experten fordern EU-weit Tempo 80 für Lkw

Inhaltsverzeichnis

Zur Beendigung der "administrativen Schizophrenie" fordert der BGL eine europäisch harmonisierte Höchstgeschwindigkeit für Lkw mit einem zulässigen Gesamtgewicht von über 3,5 Tonnen und eine einheitliche Einstellung der Geschwindigkeitsbegrenzer. Dem Verband zufolge ist eine tatsächliche Drosselung auf 80 km/h auch deutlich wirtschaftlicher, da der "minimale Zeitgewinn" für Laster, die 90 km/h erzielen, in keinem Verhältnis zu Mehrverbrauch und Verschleiß der Fahrzeuge stehe. Auf Tempo 80 gedrosselte Lkw könnten gar auf eine höhere Jahresfahrleistung kommen, da sie seltener in die Werkstatt müssten.

Nach einem Vorschlag des Deutsche Anwaltvereins (DAV) könnte auch eine höhere Geschwindigkeit für Lkw auf Landstraßen den Verkehrsfluss verbessern. Dort solle hierzulande das Tempolimit für Lastwagen ab 7,5 Tonnen von 60 km/h auf 80 km/h erhöht werden. "Ein 60 Stundenkilometer fahrender Lkw ist für den normalen Straßenverkehr ein Hindernis und provoziert gefährliche Überholmanöver", erklärte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des DAV, Jörg Elsner, in Goslar. Der ACE Auto Club Europa kann sich mit dem Vorschlag anfreunden. "Allerdings nur dort, wo in regelmäßigen Abständen eine extra Fahrspur ein gefahrloses Überholen ohne Gegenverkehr ermöglicht", sagte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner.

In Goslar diskutierten auf dem inzwischen 49. Verkehrsgerichtstag vom 26. bis zum 28. Januar 2011 rund 1600 Experten von Verbänden, Automobilclubs, Ministerien, Behörden und Versicherungen auch über Themen wie Alkohol und Drogen am Steuer, private Knöllchen-Jäger, ein Zentralregister für Unfalltote und Probleme des Lkw-Verkehrs. Die Empfehlungen der Experten haben in der Vergangenheit bereits häufiger zu entsprechenden Gesetzesänderungen geführt. (mit Material der dpa) (ssu)