Elektrisches Allerlei: Challenge Bibendum 2011

Vom Segway über das Elektrorad, das Elektro-Kleinkraftrad und den E-Roller, das Dreirad und das Quad bis zum richtigen E-Mobil: Auf der Challenge Bibendum war die ganze Elektro-Palette zu besichtigen

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Berlin, 23. Mai 2011 – Weil bisher niemand so recht das Dilemma aus Batteriekosten, Reichweite und Gewicht lösen kann, zieht sich die Einführung von Elektroautos im großen Stil ziemlich zäh hin. Das hat aber auch Vorteile: Es gibt einen riesigen Kreativitätsschub, wie man ihn in der Fahrzeugentwicklung jahrzehntelang nicht erleben konnte. Und die Grenzen zwischen den Fahrzeuggattungen verschwimmen: Elektrofahrräder sind bereits ein Trend, dazu kommen Elektroroller, Dreiräder und Quads mit E-Antrieb. Die ganze Palette war bei der jährlich stattfindenden Challenge Bibendum zu sehen. In diesem Jahr fand die Veranstaltung von 18. bis 22. Mai am Flughafen Berlin-Tempelhof statt. Nicht weniger als 280 verschiedene Fahrzeuge, größtenteils mit Elektro- oder Hybridantrieb, standen bei dem vom Reifenhersteller Michelin veranstalteten Event parat. Wir haben sie uns angesehen und zum Teil auch gefahren.

Die Elektropalette beginnt beim bekannten Segway, einem zweirädrigen Gefährt, auf dem man sich stehend zum Beispiel auf Messen oder in Fußgängerzonen bewegen kann. Schneller sind Elektrofahrräder. Die so genannten Pedelecs bewegen sich nur, wenn man in die Pedale tritt, doch ein Elektromotor unterstützt einen dabei. So sind bis zu 25 km/h möglich. Wir erprobten ein Elektro-Liegedreirad vom Typ Hase Klimax, das mit einem Preis von 5590 Euro schon ein etwas dickeres Portemonnaie erfordert. Zu den Vorteilen dieser Bauform gehört außer dem komfortablen Sitz der geringe Windwiderstand und die dadurch mögliche hohe Geschwindigkeit. Die Elektrounterstützung ist jedoch vor allem bergauf und beim Anfahren ein Spaß. Bei Reisetempo profitiert nur, wer wenig trainiert ist. Sportliche Zeitgenossen fahren auch ohne Unterstützung mehr als 20 km/h, und dann bringt das bisschen Elektro-Zusatzpower nicht mehr viel.

Elektrisches Allerlei: Challenge Bibendum 2011 (53 Bilder)

Posieren vor dem Brandenburger Tor: Elektroautos und andere Spritsparer bei der Challenge Bibendum

Mehr Spaß hat man mit einem Elektro-Kleinkraftrad wie dem Elmoto, das der Energieversorger EnBW vorstellte. Das schlanke und nur 47 Kilo schwere Kraftrad hat keine Pedale, fährt aber wie ein Roller bis zu 45 km/h. Dafür benötigt man einen Auto- oder Rollerführerschein und ein Versicherungskennzeichen. Der Preis für das Elmoto liegt bei 4498 Euro, Kunden von EnBW zahlen einen Tausender weniger. Mit den Lithium-Ionen-Akkus sind 65 Kilometer Reichweite möglich. Der Vorteil des Bikes: Im Vergleich zu einem klassischen Roller mit Elektroantrieb fühlt sich so ein leichtes Bike viel agiler an. Besonders in Kurven fühlt man sich wegen des Gewichts, und weil eine stärkere Schräglage möglich ist, viel besser als mit einem Elektroroller mit seinem etwas dicken Hintern. Aber das mögen passionierte Rollerfahrer anders empfinden.