AOL-Gründer verabschiedet sich von Time Warner

Steve Case, Gründer des Online-Dienstes und einer der Architekten der Fusion mit Time Warner, möchte sich ganz seiner Firma Revolution widmen, die im Gesundheitswesen mit eHealth reüssieren will.

vorlesen Druckansicht 12 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Jürgen Kuri

Der AOL-Gründer Steve Case scheidet nun endgültig von Time Warner: Nachdem er Anfang 2003 als Verwaltungsratschef zurückgetreten war, verlässt er nun ganz den Verwaltungsrat des mittlerweile wieder in Time Warner umbenannten Unternehmens. Er sieht das Gesundheitswesen als Terrain, auf dem sich der nächste große Boom entfalten kann: Mit seiner Firma Revolution, die er im April 2005 startete, will Case im weiten Feld des Gesundheitswesen, das sich seiner Ansicht nach von der Krankheitsverwaltung zum eHealth-Business wandelt, zentrale Schaltstellen des eHealth-Verwertungsprozesses besetzen.

Case galt als einer der Architekten der Fusion des Internet-Unternehmens AOL Online und des Medienkonzerns Time Warner, die zu Hochzeiten der New Economy ein gutes Geschäft zu sein schien. AOL Time Warner litt allerdings unter dem schwachen Internet-Anzeigengeschäft, nachdem die Dot.Com-Blase geplatzt war. Zudem gab es einen zu langsamen AOL-Kundenzuwachs, der sich sogar in einen massiven Abonnentenverlust verkehrte, und Bilanzierungsunregelmäßigkeiten.

Mittlerweile steht AOL innerhalb des Time-Warner-Konzerns wieder besser da – allerdings weniger auf Grund des Zugangsgeschäfts und der Abonnentenzahlen für den Online-Dienst, die weiter rückläufig zu sein scheinen, als auf Grund des Netzwerks von Websites, die für Anzeigenkunden im Zuge des erneuten Booms der Online-Werbung wieder sehr attraktiv geworden sind. Mittlerweile buhlen einige Firmen wie Microsoft, Google oder Yahoo, die um den größten Anteil an den erhofften goldenen Web-Geschäften konkurrieren, um eine Beteiligung an AOL. Mit diesen Verhandlungen über die Zukunft seines Babys scheint Case aber nicht mehr viel zu tun zu haben. (jk)