Falk-Prozess: Gericht will erstmals britische Zeugen hören
Der frühere Internet-Unternehmer Alexander Falk und fünf Mitangeklagte müssen sich seit Dezember 2004 vor Gericht verantworten. Sie sollen durch Scheinumsätze den Wert der Falk-Firma Ision in die Höhe getrieben haben.
Im Betrugsprozess gegen den früheren Internetunternehmer Alexander Falk will das Hamburger Landgericht nach mehr als 80 Verhandlungstagen im September erstmals Manager der von Falk angeblich geschädigten britischen Firma Energis hören. Es sei aber noch offen, ob die Zeugen termingerecht nach Hamburg kommen könnten oder kommissarisch im Ausland vernommen werden müssten, sagte Falk-Anwalt Thomas Bliwier am Dienstag am Rande des Prozesses.
Falk und fünf Mitangeklagte müssen sich seit Dezember 2004 in dem komplizierten Wirtschaftsverfahren vor Gericht verantworten. Sie sollen durch Scheinumsätze den Wert der Falk-Firma Ision in die Höhe getrieben und somit bei deren Verkauf an Energis Ende 2000 einen überzogenen Preis kassiert haben. Ein wesentlicher Streitpunkt im Prozess ist die Frage, ob Energis überhaupt ein Schaden entstanden ist. Die Anklage beziffert ihn auf mindestens 47 Millionen Euro. Nach Berechnungen eines Gutachters ist Energis dagegen kein Schaden entstanden. Vor der Sommerpause hatten die Richter Falk sowie drei weiteren Angeklagten im Falle eines Schuldspruchs nur eine Verurteilung wegen versuchten Betrugs, nicht aber wegen eines vollendeten Betrugs in Aussicht gestellt, wenn sich ein tatsächlicher Schaden nicht mit Sicherheit feststellen lasse.
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(dpa) / (jk)