Zwei Seelen: Subaru XV mit CVT und 150 PS
Im Frühjahr 2012 hat Subaru sein erstes Kompakt-SUV auf dem Markt gebracht. Der XV ist nicht nur für den praktischen Nutzen in Wald und Wiese gedacht, sondern auch für den alltäglichen Gebrauch auf der Straße
- Gernot Goppelt
Haar, 17. September 2012 – Subaru wird mainstreamiger und der Erfolg gibt dem Allrad- und Boxer-Spezialisten vorerst recht: Der Subaru XV ist bei den Verkaufszahlen am größeren Forester vorbeigezogen und somit weitaus beliebter als der Vorgänger Impreza XV. Wie dieser ist der XV im Wesentlichen auf SUV getrimmter Impreza, diesmal allerdings tatsächlich mit mehr Bodenfreiheit und noch dazu flotten Farben und peppigen Felgen – das scheint gut anzukommen. Wir haben den XV mit 150-PS-Benziner und stufenlosem CVT gefahren.
Das Design: a mixed bag
Auch wenn es nicht mehr so offenkundig ist wie bisher: Der XV ist ein Abkömmling des Impreza, welcher hierzulande leider nur noch mit dem 115-PS-Benziner angeboten wird, um nicht am Erfolg des XV zu knabbern. Beim Impreza hat sich Subaru beim Generationswechsel um einen höheren Qualitätseindruck im Innenraum bemüht, das Cockpit könnte zum Beispiel auch von Škoda stammen. Was beim Impreza ok ist, führt beim XV zu einem eigenartig widersprüchlichen Charakter: So sportlich er außen wirkt, so langweilig wird man im Innenraum empfangen. Immerhin: Alles passt, die Bedienung gibt keine Rätsel auf.
Zwei Seelen: Subaru XV mit CVT und 150 PS (25 Bilder)

Die Subaru XV ist die die hochbeinige Version des aktuellen Impreza.
Zweiliter-Benziner mit CVT
Den XV gibt es derzeit mit drei Motoren: zwei Benzinern mit 1,6 Liter (115 PS) sowie 2,0 Liter (150 PS) und dem famosen 2,0-Liter-Diesel mit 150 PS, alle natürlich in Boxerbauweise. Die Benziner werden beide auch mit einem CVT angeboten, eine exotische Kombination, die durchaus einen gewissen Reiz ausübt. Mit 150 PS hat der 2,0-Liter-XV nominell genügend Leistung, um auch längere Strecken über Autobahn oder Landstraße entspannt zu meistern. In Verbindung mit dem CVT wirkt der Antrieb allerdings ziemlich lahm, sofern man nicht ordentlich ins Gaspedal tritt. Dann allerdings entwickelt der Boxer eine Rauigkeit, die eigentlich nicht zu dieser Bauform passt. Hinzu kommt, dass das CVT etwas ruckelig zu Werke geht. Von der geschmeidigen Arbeitsweise, wie sie etwa die Multitronic von Audi bietet, ist Subarus CVT weit entfernt. Wer will, kann mit Schaltpaddles sechs feste "Gänge" schalten. Aus technischer Sicht wird damit des Getriebeprinzip zwar ad absurdum geführt, es bewährt sich aber immerhin bei Situationen wie Bergabfahrten.
Gelungenes Fahrwerk
Der Subaru XV gibt dem Fahrer bei allen Geschwindigkeiten auf Geraden und in Kurven ein sicheres Gefühl, der serienmäßige Allradantrieb unterstützt ihn auch abseits der Straße. Die Lenkung ist angenehm direkt, aber nicht übertrieben sportlich. Der Verbrauch wird vom Hersteller mit 6,6 Liter auf 100 Kilometer angegeben, bei uns pendelte sich der Wert bei allerdings sehr forscher Fahrweise um die zehn Liter ein. Auch hier zeigt der XV zwei Seelen: Natürlich kann man gemütlich mit ihm gleiten, dabei sorgt die große Spreizung des Getriebes für einen relativ günstigen Verbrauch. Aber er kann eben auch den lautstarken Säufer mimen – mit viel Lärm um wenig sozusagen.
Gute Ausstattung, aber nur in Paketen
Zu haben ist der CVT-XV 2.0i in der Basis-Ausstattung "Active" ab 25.700 Euro. Das ist recht günstig, da Ausstattungsdetails wie ein CD-Radio oder eine Klimaautomatik schon inbegriffen sind. Für eine Rückfahrkamera oder ein Panoramadach muss man zu höheren Ausstattungen greifen. Bis zu 32.090 Euro kann der Subaru XV 2.0i dann kosten. Günstiger wird es natürlich, wenn man auf das CVT verzichtet, was aus unserer Sicht die bessere Wahl ist. Oder man greift gleich zu dem wunderbaren Diesel – erst mit ihm wirkt der XV wirklich überzeugend.