Reformer-Versprechen

Rostocker Forscher haben eine neue, hoch effiziente Methode zur Wasserstoffgewinnung aus Methanol mithilfe eines Katalysators entwickelt. Er könnte dem Brennstoffzellenauto neuen Schub verleihen

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Rostock, 27. Februar 2013 – Rostocker Forscher haben eine hocheffiziente Methode zur Wasserstoffgewinnung aus Methanol mithilfe eines Katalysators entwickelt. Er könnte dem Brennstoffzellenauto neuen Schub verleihen.

Die Brennstoffzelle gilt als Antrieb der Zukunft, deshalb forschen schon seit Jahrzehnten auch die Autohersteller am Einsatz von Wasserstoff als Energieträger im Kraftfahrzeug. Brennstoffzellenautos verbinden die Vorteile der lokal emissionsfreien, leisen Elektromobilität mit einer Reichweite und Fahrleistungen wie wir sie von Autos mit Verbrennungsmotor gewohnt sind. Die Ergebnisse sind heute bereits überaus ansprechend, etliche Hersteller wie beispielsweise Honda, Hyundai, Mercedes-Benz und Toyota haben mittlerweile serienreife Brennstoffzellenfahrzeuge am Start. Theoretisch jedenfalls.

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Etliche Hersteller wie beispielsweise Honda, Hyundai, Mercedes-Benz und Toyota haben mittlerweile serienreife Brennstoffzellenfahrzeuge am Start. Theoretisch jedenfalls.

Warum die Technologie trotz aller Erfolge nicht vom Fleck kommt, wird oft als „Henne-Ei-Problem“ gesehen: Die Autos sind da, doch um ihnen zum finanziellen Durchbruch zu verhelfen, müssten sie in gewissen Stückzahlen verkauft werden. Doch wird kein Autohersteller das Risiko auf sich nehmen, größere Kontingente zu produzieren, bevor es überhaupt Tankstellen für Wasserstoff gibt. Die würden wiederum eine zu riskante, große Investition für die Gaslieferanten bedeuten. Würde man das Gas nämlich für Brennstoffzellenautos zur Verfügung stellen wollen, müsste man parallel zu den üblichen Tankstellen eine teure Infrastruktur aufsetzen.

Die gute Nachricht könnte nun bald lauten: Wasserstoffzapfsäulen mit ihrem Aufwand könnten ebenso überflüssig werden wie Gastanks in den Autos. Durch einen neuen Katalysator wären Brennstoffzellenautos nämlich unter Umständen bald in der Lage, ihren Wasserstoff bedarfsgerecht selbst zu produzieren. Was für eine Vision: Getankt würde dann ganz gewöhnliches Methanol an einer ganz gewöhnlichen Zapfsäule an einer ganz gewöhnlichen Tankstelle in einen ganz gewöhnlichen Tank. Methanol kennen Autofahrer schon lange, es ist Teil der Scheibenwaschflüssigkeit und wird auch dem Treibstoff beigemischt. Methanol ist flüssig, Wasserstoff ein Gas. Die für bis zu 800 bar extrem druckfesten, voluminösen, schweren und teuren Gastanks für Wasserstoff würden wertvollen Innenraum und Zuladungskapazität freigeben und auch die allmähliche Selbstentleerung des Druckbehälters bei geparktem Auto durch den unaufhaltsam diffundierenden Energieträger wäre Geschichte.