Microtransporter
Der Renault Twizy sorgt im grauen Straßenbild für jede Menge Aufsehen. Nun schiebt der Hersteller mit dem Twizy Cargo noch eine Version mit kleinem Kofferraum nach. Die Idee ist gut, leider aber unvermutet teuer
Brühl, 25. Juni 2013 – Sie stehen mit ihrem Auto gern im Mittelpunkt, exotische Sportwagen oder sündhaft teure Nobellimousinen sind Ihnen aber zuwider? Renault hätte da was im Angebot: Der Twizy sorgt im grauen Straßenbild für jede Menge Aufsehen. Nun schiebt der Hersteller mit dem Twizy Cargo noch eine Version mit Kofferraum nach. Die Idee ist gut, leider aber unvermutet teuer.
Ein Kofferräumchen
Bisher hatte der Elektroflitzer zwei Sitzplätze und eine 31 Liter große Ablage. Im Zubehör ist eine Tasche mit 50 Litern Volumen erhältlich, die auf dem Rücksitz fixiert werden kann. Statt der zweiten Sitzgelegenheit hat der Twizy Cargo einen Kofferraum – zumindest nennt Renault das kleine Abteil so. 55 mal 50 cm Grundfläche und eine Höhe von 95 cm würde ein Volumen von 261 Litern ergeben, doch das Räumchen wird nach oben schmaler. So fasst das Abteil letztlich nur 156 Liter nach VDA-Norm. Ob das den Liefer-, Kurier-, Pflege- und Reparaturdiensten ausreicht, die Renault mit diesem Modell verstärkt im Visier hat, wird sich zeigen. Bisher lag die Quote der gewerblichen Zulassungen bei 60 Prozent. Doch auch private Käufer sollen damit „größere Shopping-Touren in der City“ (O-Ton Renault) absolvieren können. Immerhin passen zwei Getränkekisten rein, versichert der Hersteller. Hochgerechnet dürften so auch vier Schuhkartons und ein paar Einkaufstüten Platz finden.
Microtransporter (5 Bilder)

Der Renault Twizy Cargo bietet nur einen Sitzplatz, dafür aber einen kleinen Kofferraum.
Tempo 45 - der deutschen Gesetzgebung sei Dank
Der Antrieb wurde nicht verändert. Auch den Twizy Cargo gibt es in zwei unterschiedlichen Ausführungen: Mit dem 4-kW-Elektromotor wurde die Höchstgeschwindigkeit auf 45 km/h begrenzt. Diese Schikane hat sich nicht etwa Renault einfallen lassen, sondern der deutsche Gesetzgeber, indem er den Führerschein der Klasse S auf dieses Tempo begrenzt hat. Schon seit Jahren wird darüber debattiert, ob dieser Unsinn nicht mal zugunsten einer höheren Spitze aufgegeben werden soll – vielleicht schafft das die nächste Bundesregierung. Mit der aktuellen Regelung wird der Fahrer im normalen Stadtverkehr zum ungeliebten Hindernis. Im Alltag tauglicher scheint die etwas teurere Version, die mit 13 kW maximal 80 km/h schafft. Für die reicht dann aber die Klasse S, die Jugendliche schon ab einem Alter von 16 Jahren machen können, nicht mehr aus. Die Reichweite der starken Variante gibt Renault mit maximal 100 Kilometern an, die mit 4 kW soll bis zu 120 km weit kommen.
Teurer als gedacht
Der Twizy Cargo kostet mindestens 7980 Euro, die Version mit stärkerem E-Motor noch einmal 700 Euro mehr. Noch mutiger hat Renault die Aufpreis für den Cargo kalkuliert, denn der ist rund 1000 Euro teurer als der Twizy mit zwei Sitzplätzen, den es ab 6990 Euro gibt. Dazu kommt eine monatliche Batteriemiete von mindestens 50 Euro. Da tröstet es wenig, dass die weiteren Unterhaltkosten recht günstig sind. Die Versicherung kostet mit 100 Prozent rund 400 Euro, zur Inspektion muss der Twizy nach dem ersten Jahr (oder nach 30.000 Kilometern), dann alle zwei Jahre oder 60.000 km. Den Stromverbrauch gibt Renault mit 5,8 (4-kW-Version) bzw. 6,3 kWh an. Bei 28 Cent/kWh sind das Verbrauchskosten von 1,62 bzw. 1,76 Euro pro 100 km. Das hört sich wenig an, doch die Miete muss fairerweise mit eingerechnet werden. Schafft der Fahrer es, die Jahresfahrleistung von 7500 Kilometer der günstigsten Miete zu genau treffen, kommen 8 Euro/100 km dazu. (mfz)