Bericht: DVD-Werk Dassow erneut vor der Pleite
Laut Ostsee-Zeitung hat der Wirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, Jürgen Seidel, bestätigt, dass die Geschäftsführung der Disc Technology Center GmbH (DTC) nach nur zwei Monaten Produktion erneut Insolvenz für das Werk angemeldet hat.
Im CD-und DVD-Werk Dassow, einst größter Hersteller von optischen Datenträgern in Europa, geht es erneut drunter und drüber. Laut Ostsee-Zeitung hat der Wirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, Jürgen Seidel (CDU), inzwischen bestätigt, dass die Geschäftsführung der Disc Technology Center GmbH (DTC) nach nur zwei Monaten Produktion wieder Insolvenz für das Werk angemeldet hat. Die dänische Mutterfirma Dicentia, die im Mai vom Insolvenzverwalter des Vorgängerunternehmens Optical Disc Service (ODS) den Zuschlag zur Übernahme eines Teils des Werkes erhalten hatte, räumte zunächst nur einen Wechsel im Management ein.
"Wir haben am Freitag den bisherigen Geschäftsführer in Dassow entlassen, weil für uns undurchsichtig geblieben ist, was da eigentlich passiert", erklärte Dicentia-Chef Torben Nordquist am Wochenende gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Nordquists Angaben zufolge sollten sich zwei neue Geschäftsführer am heutigen Montag zunächst einen Eindruck von der Lage in Dassow verschaffen. DTC hatte im Juli mit rund 60 Mitarbeitern die Produktion in dem Werk wieder aufgenommen, in dem vor der ODS-Insolvenz im Jahr 2007 rund 1100 Leute beschäftigt waren. Die geschäftliche Leitung hatten drei ehemalige ODS-Manager übernommen, darunter der frühere Forschungschef des Unternehmens.
Mit den Verhältnissen in Dassow vertraute Personen hatten gegenüber heise online aber bereits bei Bekanntgabe der Übernahme durch Dicentia Befürchtungen geäußert, dass das Unternehmen womöglich nur am technischen Know-how interessiert sei und dass dieses nach dem Neustart nach und nach abgezogen werde. "In ein oder zwei Jahren wird dann das gleiche Fass erneut aufgemacht", erklärte damals ein früherer ODS-Mitarbeiter, der sich nicht mehr um einen Job in dem Werk bewerben wollte. Aus den "ein oder zwei Jahren" sind gerade einmal zwei Monate geworden. Gegen die einstige ODS-Führung hat die Staatsanwaltschaft Schwerin unterdessen Anklage wegen Verdachts des Subventionsbetrugs erhoben. (pmz)