Cisco wird von der Wirtschaftskrise gebeutelt
Der Umsatzrückgang beim weltgrößten Netzwerkausrüster soll sich im laufenden Quartal noch verschärfen, der Konzern will nun auch Entlassungen nicht mehr ausschließen.
Schon bei der Vorlage der Geschäftszahlen für das erste Quartal warnte Cisco vor den Auswirkungen der Wirtschaftskrise, nun hinterlässt sie auch tatsächlich deutliche Spuren in der Bilanz des weltgrößten Netzwerkausrüsters. Gewinn und Umsatz brachen stark ein; der Rückgang der Umsätze werde sich im laufenden dritten Geschäftsquartal noch deutlich verschärfen, warnte Cisco-Chef John Chambers. Er betonte aber auch, Cisco habe solide finanzielle Stärke angesichts signifikanter ökonomischer Herausforderungen gezeigt. Jedoch ist ein Stellenabbau über den bereits verhängten Einstellungsstopp hinaus für den US-Konzern nicht mehr ausgeschlossen, allerdings habe man derzeit keine Massenentlassungen in Planung, die die ganze Firma betreffen würden. Chambers sprach bei der Vorlage der Bilanzen davon, dass momentan die Anpassung der Kostenstrukturen und Ressourcen Vorrang hätten, dies könne zum Wegfall von 1500 bis 2000 Arbeitsplätzen führen.
Ciscos Nettogewinn stürzte im Ende Januar abgeschlossenen zweiten Geschäftsquartal unter dem Strich um 27 Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar ab; der Gewinn pro Aktie sank um 21,2 Prozent auf 0,26 US-Dollar. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis brach um 21,5 Prozent auf 1,87 Milliarden Dollar ein. Der Umsatz gab um knapp 8 Prozent auf 9,09 Milliarden Dollar nach. Im laufenden Geschäftsquartal werde er voraussichtlich sogar um 15 bis 20 Prozent fallen, meinte Chambers. "Angesichts der dramatischen Schwankungen ist eine Prognose derzeit sehr schwierig", betonte der Cisco-Chef aber auch.
Der Rückgang im vergangenen Quartal lag zwar innerhalb der Prognosen, die Cisco selbst aufgestellt hatte, fiel allerdings geringer aus als von Analysten befürchtet. Im nachbörslichen Handel nach Vorlage der Bilanz am gestrigen Mittwochabend ging der Kurs der Cisco-Aktie aber deutlich zurück, vor allem wegen der für Cisco-Verhältnisse sehr pessimistischen Prognose.
Cisco will nun zusätzlich Kosten sparen, zugleich aber trotz der Krise weiter investieren. Durch den Einstellungsstopp sank die Zahl der Beschäftigten im vergangenen Quartal leicht auf etwas mehr als 67.000. Besonders schlecht sei das Geschäft zuletzt in den USA gelaufen, in der EU und in Japan gerade noch stabil. Die USA könnten aber als derzeit größtes Opfer der Rezession auch als Erste wieder aus der Krise kommen, meinte Chambers.
|
Umsatz und Gewinnentwicklung bei Cisco in US-Dollar |
||
| (Das Geschäftsjahr beginnt jeweils Ende Juli.) | ||
| Quartal | Umsatz |
Nettogewinn/ -verlust |
| 1/01 | 6.520 Mio. | 798 Mio. |
| 2/01 | 6.750 Mio. | 874 Mio. |
| 3/01 | 4.730 Mio. | -2.690 Mio. |
| 4/01 | 4.300 Mio. | 7 Mio. |
| 1/02 | 4.400 Mio. | -268 Mio. |
| 2/02 | 4.800 Mio. | 660 Mio. |
| 3/02 | 4.820 Mio. | 729 Mio. |
| 4/02 | 4.829 Mio. | 772 Mio. |
| 1/03 | 4.800 Mio. | 618 Mio. |
| 2/03 | 4.700 Mio. | 991 Mio. |
| 3/03 | 4.620 Mio. | 987 Mio. |
| 4/03 | 4.702 Mio. | 982 Mio. |
| 1/04 | 5.100 Mio. | 1.090 Mio. |
| 2/04 | 5.400 Mio. | 724 Mio. |
| 3/04 | 5.600 Mio. | 1.200 Mio. |
| 4/04 | 5.900 Mio. | 1.400 Mio. |
| 1/05 | 6.000 Mio. | 1.400 Mio. |
| 2/05 | 6.062 Mio. | 1.400 Mio. |
| 3/05 | 6.200 Mio. | 1.400 Mio. |
| 4/05 | 6.600 Mio. | 1.540 Mio. |
| 1/06 | 6.550 Mio. |
1.260 Mio. (1.488 Mio.*) |
| 2/06 | 6.628 Mio. |
1.375 Mio. (1.563 Mio.*) |
| 3/06 | 7.322 Mio. |
1.400 Mio. (1.588 Mio.*) |
| 4/06 | 7.984 Mio. |
1.544 Mio. (1.696 Mio.*) |
| 1/07 | 8.184 Mio. | 1.608 Mio. |
| 2/07 | 8.439 Mio. | 1.921 Mio. |
| 3/07 | 8.866 Mio. | 1.874 Mio. |
| 4/07 | 9.433 Mio. | 1.930 Mio. |
| 1/08 | 9.554 Mio. | 2.205 Mio. |
| 2/08 | 9.831 Mio. | 2.060 Mio. |
| 3/08 | 9.791 Mio. |
1.773 Mio. (2.300 Mio **) |
| 4/08 | 10.364 Mio. | 2.014 Mio. |
| 1/09 | 10.331 Mio. | 2.201 Mio. |
| 2/09 | 9.089 Mio. |
1.504 Mio. (1.867 Mio **) |
|
* Unter Ausschluss der Kosten für Aktienoptionsprogramme ** Ohne Sondereffekte und einmalige Belastungen |
||
(jk)