Nasenstüber
Zwei jahre nach dem großen bekommt der Renault Mégane ein kleines Facelift, das ihm wieder zu etwas mehr Aufmerksamkeit verhelfen soll. Auch ein neuer Dieselmotor mit 95 PS soll frische Kaufanreize schaffen.
Brühl, 13. Januar 2014 – Renault hat auf dem deutschen Markt schon einfachere Zeiten erlebt. Mit dem Bestseller R19 hatten die Franzosen Anfang der 1990er-Jahre den Importmeister im Programm. Der aktuelle Nachfolger wird dagegen, ähnlich wie die Angebote von Opel und Ford in dieser Klasse, gleich von zwei Seiten in die Zange genommen. Die selbsternannten Premiummarken mischen inzwischen auch in diesem Segment kräftig mit – Audi A3 und BMW 1er folgen, was die Zulassungszahlen des Jahres 2013 betrifft, auf Platz zwei und drei hinter dem VW Golf. Von unten drängen die asiatischen Marken den alteingesessenen Europäern einen Preiskampf auf, obwohl auch sie inzwischen mitten in Europa entwickeln und produzieren. Ein kleines Facelift soll dem Mégane wieder zu etwas mehr Aufmerksamkeit verhelfen.
Kaum verändert
Viel getan hat sich nicht: Der Mégane bekommt eine neue Front mit größerem Renault-Logo und etwas eleganter geformte Scheinwerfer. Dazu wurde ein neuer Dieselmotor ins Programm genommen. Der „dCi 95 eco2“ leistet 95 PS und bietet mit 240 Nm bei 1750/min genauso viel Drehmoment wie der Diesel mit 110 PS. Der Fünftürer soll in 12,3 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen und bis zu 190 km/h erreichen. Letzteres ist ziemlich bemerkenswert, denn damit ist er nicht nur fünf km/h schneller als der Benziner mit 115 PS, sondern auch exakt so fix wie der 15 PS stärkere Diesel.
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Renault hat den Renault Mégane leicht überarbeitet.
Für die meisten Interessenten wird aber wahrscheinlich der Verbrauch wichtiger als das maximal erreichbare Tempo sein. Renault gibt im NEFZ 4,1 Liter an, was einem CO2-Ausstoß von 106 g/km entsprechen würde. Das klingt nicht viel, doch Renault gönnt dem schwächsten Diesel die Sparkrone nicht. Der „dCi 110 eco2“ ist im NEFZ mit 3,5 Litern angegeben – trotz 15 PS mehr. Da muss aktuell selbst der als besonders sparsam propagierte VW Golf BlueTDI mit 110 PS passen: Mit 3,8 Litern ist er im Labor einen Hauch durstiger. Eine echte Enttäuschung ist dagegen, dass keiner der überarbeiten Mégane die Euro-6-Norm einhält. Sie wird für alle neu homologierten Fahrzeuge ab September Pflicht, für alle Erstzulassungen ab 1. Januar 2015.
Keiner mit Euro 6
Die restliche Motorenpalette ist bekannt. Bei den Benzinern startet die Preisliste beim 1.6 16V mit 110 PS, darüber rangiert der noch relativ neue TCe 115 und der TCe 130 mit 132 PS. Die beiden kräftigsten Benziner leisten 220 und 265 PS. Warum Renault am betagten 110-PS-Benziner festhält ist uns ein Rätsel, denn der moderne 1,2-Liter-Vierzylinder mit 115 PS hat deutlich mehr Drehmoment und verbraucht im NEFZ immerhin 1,6 Liter weniger. Dass der Alte bei der anstehenden Euro-6-Pflicht aus dem Sortiment fliegt, ist nicht sicher, denn im Prinzip braucht Renault ihn nur umschlüsseln. Neu ist für Benziner bei Euro 6 schließlich nur die Erfassung der Partikelanzahl – sie wird künftig bei Direkteinspritzern bei der AU gemessen. Die vier Dieselmotoren im Mégane leisten 95, 110, 130 und 165 PS.