Betriebsräte wollen Strafanzeige gegen Telekom erstatten
Im Zuge der Bespitzelungsaffäre wollen Betriebsräte laut einem Zeitungsbericht Strafanzeige gegen die Telekom erstatten, um auf diese Weise Akteneinsicht zu bekommen. Sie vermuten, dass nicht nur Verbindungsdaten abgeglichen wurden.
Im Zusammenhang mit der Spitzelaffäre bei der Telekom wollen Betriebsräte nach Informationen der Frankfurter Rundschau Strafanzeige gegen das Unternehmen erstatten. Dadurch wollten sie Akteneinsicht bekommen und am anstehenden Verfahren beteiligt werden, berichtet die Zeitung heute. "Zum Zeitpunkt der Überwachungen befanden wir uns immer in Auseinandersetzungen mit der Telekom", sagte der Gewerkschafter und T-Mobile-Aufsichtsrat Ado Wilhelm. Die Daten hätten einen direkten Zusammenhang mit den damaligen Auseinandersetzungen. Es sei deshalb schwer vorstellbar, dass der reine Abgleich von Verbindungsdaten alles gewesen sei.
Die Telekom hatte 2005 und 2006 Verbindungsdaten überprüfen lassen, um undichte Stellen im Konzern über die Weitergabe von vertraulichen Informationen zu schließen. Zunächst war nur von Journalisten und Aufsichtsräten die Rede gewesen. Inzwischen ist bekannt, dass auch Mitarbeiter, Betriebsräte und konzernfremde Personen zu den Bespitzelten gehörten. Insgesamt geht die Staatsanwaltschaft inzwischen von 60 Betroffenen aus.
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(dpa) / (anw)