Autoindustrie weist Ökosünder-Vorwurf zurück

Thomas Schlick, Geschäftsführer des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) weist im Streitgespräch mit dem verkehrspolitischen Sprecher des VCD den Vorwurf zurück, die deutsche Autoindustrie habe den Trend zu sparsamen Fahrzeugen verschlafen.

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Thomas Schlick, Geschäftsführer des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) weist im Streitgespräch mit dem verkehrspolitischen Sprecher des VCD den Vorwurf zurück, die deutsche Autoindustrie habe den Trend zu sparsamen Fahrzeugen verschlafen. "Das ist doch grober Unsinn. Die deutschen Automobilhersteller und Zulieferer sind weltweit führend in der Umwelttechnologie. Wir investieren 19 Milliarden Euro pro Jahr, vor allem in die Themen Umwelt und Sicherheit", verdeutlicht Schlick in der aktuellen Ausgabe von Technology Review 06/09 (seit heute am Kiosk oder hier portokostenfrei online zu bestellen). "Wir haben in den letzten Jahren eine kontinuierliche CO2-Reduzierung bei den neu zugelassenen Fahrzeugen deutscher Marken erreicht. Dazu hat vor allem auch der Diesel beigetragen, der einen Verbrauchsvorteil von rund 25 Prozent gegenüber dem Benziner aufweist und bei dem die deutschen Hersteller weltweit die Nase vorn haben."

Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischen Sprecher des Verkehrsclubs Deutschland (VCD), der sich als "ökologische Alternative zum ADAC" versteht und unter anderem jährlich ein Umwelt-Ranking der aktuellen Automodelle herausgibt, hält dagegen: "Ich erinnere außerdem daran, dass es vor zehn Jahren einen Drei-Liter-Lupo oder einen Audi A2 TDI gegeben hat mit einem Verbrauch von 2,99 Litern. Heute ist das beste Serienfahrzeug ein Zweisitzer mit 88 Gramm CO2 (ca. 3,4 Liter Diesel/100 km; d. Red.), also deutlich schlechter als das, was wir vor zehn Jahren hatten. Diese Drei-Liter-Autos kann man heute theoretisch übrigens abwracken, die Prämie von 2500 Euro kassieren und sich dafür ein Zehn-Liter-Auto kaufen." (wst)