Mal mehr, mal weniger
Peugeot bietet den Kleinwagen 208 mit zwei neuen Motoren an. Ein aufgeladener Dreizylinder-Benziner mit 110 PS ersetzt den bisherigen Vierzylinder mit 120 PS. Der kräftigste Diesel leistet nun 120 statt 114 PS. Leider gibt es einen Haken, der die Sache teurer als nötig macht
Köln, 27. Januar 2015 – PSA hat schwere Zeiten hinter sich. Langsam zeichnet sich eine Besserung ab, auch wenn es in Deutschland zuletzt nochmals leicht abwärts ging. In Europa sieht es insgesamt aber etwas besser aus. Mit den grundsätzlichen Qualitäten der Autos hat die im Vergleich zu früheren Zeiten geringe Nachfrage wenig zu tun, denn Peugeot ist in der jüngeren Vergangenheit mit jeder Neuvorstellung ein deutlich besseres Auto gelungen. Dazu darf auch der 208 gezählt werden, der nun neue Motoren bekommt.
Drei- statt Vierzylinder
Wie schon im 308, zieht nun auch in die stärkeren 208 ein aufgeladener Dreizylinder ein. Er basiert auf dem Dreizylinder ohne Turbolader, der im 208 mit 68 und 82 PS angeboten wird. Mit Turbolader sind es 110 PS bei 5500/min und 205 Nm bei 1500/min. 9,6 Sekunden für den Spurt von 0 auf Tempo 100 und eine Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h versprechen ein lebhaftes Wesen. Die Fahrleistungen liegen in etwa auf Niveau des bisherigen 120-PS-Vierzylinders, der nur noch in Verbindung mit der betagten Viergang-Automatik angeboten wird. Mit Schaltgetriebe beschleunigte die alte Maschine den 208 in minimal 8,9 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h und erreichte maximal 190 km/h.
Mal mehr, mal weniger (9 Bilder)

(Bild: Peugeot)
Sollte die Nachfrage groß sein, könnte Peugeot auch die im Prinzip baugleiche, aber etwas kräftigere Version mit 130 PS und 230 Nm nachschieben. Sie hat im 308 einen guten Eindruck hinterlassen. Allerdings hat die Mehrheit der 208-Käufer bisher die schwächeren Versionen bevorzugt. Der bisherige 1,6-Liter-Vierzylinder mit 120 PS war nicht gerade der Publikumsrenner. Der aufgeladene Dreizylinder ist im NEFZ überlegen. Im Zyklus verspricht Peugeot nun 4,6 statt 5,6 Liter. Dazu soll auch das nun serienmäßige Start-Stopp-System beitragen.
Diesel: stärker, kaum sparsamer
Veränderung gibt es auch beim stärksten Diesel im 208. Dort leistet ein neuer Selbstzünder nun 120 statt 114 PS, das Drehmoment stieg von 270 auf 300 Nm. Die Höchstgeschwindigkeit blieb mit 190 km/h gleich, die Standardbeschleunigung verbesserte sich leicht von 9,7 auf 9,4 Sekunden. Minimal bleibt leider auch die Verbesserung beim Verbrauch: Im NEFZ ist der neue Diesel mit 3,6 Litern angegeben, bisher waren es 3,8 Liter. In der Praxis ist also kaum ein Unterschied zu erwarten.