Zweitverwertung

Unverkleidete Motorräder mit vier, drei oder zwei Zylindern ab einem Liter Hubraum wachsender Zulassungszahlen. Die Suzuki GSX-S 1000 ist ein Nachzügler im inzwischen sehr beliebten Segment der potenten Naked-Bikes. Sie kommt spät, aber mächtig

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Zweirad
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Von
  • Ingo Gach
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Köln, 15. Juni 2015 – Im Gegensatz zur stetig schrumpfenden Klasse der Superbikes erfreuen sich die unverkleideten Motorräder ab einem Liter Hubraum wachsender Zulassungszahlen. Die Suzuki GSX-S 1000 ist ein Nachzügler im inzwischen sehr beliebten Segment der potenten Naked-Bikes. Sie kommt spät, aber mächtig.

Wichtiges Kriterium der unverkleideten Bikes ist Leistung satt. So präsentierte KTM im Jahr 2013 die Super Duke R mit 1300 Kubik und 180 PS aus dem V2, BMW schob kurz darauf die S 1000 R an den Start mit 160 PS aus einem Reihenvierzylinder, Aprilia just die Tuono 1100 mit 175 PS aus einem V4. Triumph hat mit dem 136 PS starken Dreizylinder Speed Triple 1050 ebenso einen Dauerbrenner im Programm wie Kawasaki mit dem 143 PS-Vierzylinder Z1000. Die Honda CB1000R erscheint mit 125 PS fast schon gemäßigt. Mit Ausnahme der KTM und Triumph stammen alle Motoren von lupenreinen Sportbikes ab, sind aber durch Eingriffe im Motor wie Steuerzeiten und Motormapping in der Spitzenleistung gekappt und dafür auf mehr Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen ausgelegt.

Zweitverwertung (15 Bilder)

Die GSX-S 1000 besitzt den Vierzylinder-Reihenmotor aus dem Superbike GSX-R 1000, Baujahr 2005, allerdings in der Spitzenleistung gekappt zugunsten höherer Alltagstauglichkeit.

Auch Suzukis GSX-S 1000 erhielt als Zweitverwertung einen Reihenvierzylinder aus einem Superbike. Spender ist die GSX-R 1000 aus dem Baujahr 2005. Um die Leistungsangabe gab es zunächst einige Spekulationen, letztendlich entschied sich Suzuki, ihrer Nackten 145 PS mit auf den Weg zu geben, was auch vollauf genügt.

Irgendwie scheinen die Marketing-Strategen übersehen zu haben, dass Naked Bikes nicht auf der Rennstrecke bewegt werden sollen, sondern auf öffentlichen Straßen. Ein Großteil der Leistung kann so gut wie nie abgerufen werden. Selbst, wer auf der Autobahn mal den selten Glücksfall erlebt, bis zum Horizont niemanden vor sich erblicken zu können, wird schnell feststellen, dass Geschwindigkeiten über 160 km/h ohne Verkleidung keinen Spaß machen, ab 200 pendelt der Kopf, als säße er auf einer Sprungfeder. Auf Landstraßen ist es fast unmöglich, die Gänge bis zum roten Bereich auszudrehen. So irrwitzig schnell katapultiert es Ross und Reiter zur nächsten Kurve, dass man über die ebenfalls vom Superbike stammende Bremsanlage froh ist.