Tipo der 16.
Die Bezeichnung Tipo hat bei Fiat eine lange Tradition. Mit dem neuesten Modell könnte ein erfolgreiches Kapitel hinzukommen, denn die Italiener wollen ihn günstig verkaufen und haben auch Schrägheck in Kombi in Vorbereitung
München, 8. Februar 2016 – Warum manche Modellnamen wiederbelebt werden, bleibt ein Rätsel der Verantwortlichen. BMW nannte den ersten 3er Kombi Touring, obwohl Jahre zuvor mit dieser Bezeichnung auch der nur mäßig erfolgreiche 02-Kombi geführt wurde. Auch Fiat sparte sich eine Sitzung der Kreativabteilung und holt den Namen „Tipo“ wieder aus der Versenkung. Erstaunlich, denn trotz des Titels „Auto des Jahres 1989“ gehört dieser eigentlich zu den Erinnerungen, die Hersteller normalerweise gern im Archiv belassen würden. Der Tipo Jahrgang 2016 könnte jedoch zu einem erfreulichen Kapitel werden – die ersten Anzeichen sprechen jedenfalls dafür.
Drei Linien
Dazu gehört in erster Linie eine bemerkenswerte Preispolitik. Die allein verkauft zwar noch kein Auto, erleichtert aber den Verkäufern die Argumentation. Das Basismodell „Pop“ kostet 13.990 Euro, und zwar inklusive Radio und Klimaanlage. Für dieses Geld gibt es bei VW nicht mal einen vergleichbar motorisierten Polo. 1000 Euro mehr verlangt Fiat für die mittlere Version „Easy“, die unter anderem ein Infotainmentsystem mit USB-Anschluss, ein Display im Kombiinstrument und elektrische Fensterheber hinten mitbringt. Der Schritt zum Topmodell „Lounge“ kostet nochmals 1000 Euro mehr. Bei dem sind dann Klimaautomatik, Tempomat, 16-Zoll-Alus und Leder an Lenkrad und Schaltknauf Serie.
Tipo der 16. (15 Bilder)

(Bild: alle Fiat)
Deutlich teurer wird der Tipo erst, wenn mehr Leistung auf dem Wunschzettel steht als die Basismaschine bietet. Das ist ein 1,4-Liter-Vierzylinder, der 95 PS leistet und im NEFZ mit 5,7 Litern angegeben ist. Der kräftigere Ottomotor leistet 110 PS und ist nur mit einem Sechsgang-Automatikgetriebe zu haben. Damit kostet der Tipo dann bei vergleichbarerer Ausstattung gleich 2900 Euro mehr. Auch der kleinste Diesel mit 95 PS erscheint mit 2000 Euro Aufpreis gegenüber dem Basisbenziner heftig teuer. Etwas leichter dürfte die Wahl zwischen den 110-PS-Benziner und dem 120-PS-Diesel fallen, auch wenn der Selbstzünder nur mit Schalt-, der Benziner nur mit Automatikgetriebe angeboten wird: Der Diesel ist nur 300 Euro teurer.
Kombi und Schrägheck folgen
Bei dieser Auswahl muss es nicht bleiben, zumal der Tipo nicht nur als Stufenheck, sondern ab Mai auch als Schrägheck und als Kombi angeboten werden soll. Gerade letzteres dürfte seine Chancen diesseits von Osteuropa enorm verbessern. Bleibt Fiat preislich auch beim Kombi auf dem Teppich und liefert dazu eine belastbare Qualität, könnten manche Konkurrenten ein Problem bekommen. Denn keiner von denen sollte darauf spekulieren, dass der neue Tipo hinsichtlich Sicherheit und Qualität an das Modell der späten 1980er-Jahre anknüpft. Dass das heute niemand mehr akzeptieren würde, dürfte sich auch in Italien herumgesprochen haben. (mfz)