Klassiker: Peugeot 402 Eclipse

Der 402 Eclipse ist eines der ersten von Peugeot in Serie produzierte Cabrio-Coupés mit einem im Kofferraum versenkbaren Stahldach. Sehr passend gewählt hat man damals den Namen: „Eclipse” heißt heißt im Jargon der Himmelsmechanik „Verdunkelung”

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Klassiker, Peugeot
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Oosterbeek (NL), 29. Juni 2016 – Der 402 Eclipse ist eines der ersten von Peugeot in Serie produzierte Cabrio-Coupés mit einem im Kofferraum versenkbaren Stahldach. Sehr geschickt gewählt hat man damals den Namen: „Eclipse” heißt heißt im Jargon der Himmelsmechanik „Verdunkelung”, was die Vorstellung nahelegt, dass nur bei Bedarf geschlossen gefahren wurde – und schon denkt man an Sommer und Sonne.

Offiziell hießen die Autos „Peugeot Coupe Cabriolet Metallique”. Von dem frühen Vorläufer von Mercedes CLK, Renault Megane, VW Eos oder Peugeot CC und anderen modernen Stahldach-Cabrios sind laut Peugeot 324 als Fünfsitzer gebaut worden, auch der E4Y in unserer Geschichte auf Basis des 5,19 Meter langen 402 L. Heuer kann es bereits sich zum 80sten Geburtstag gratulieren lassen – wenn man von so etwas sprechen könnte, bei einem Auto.

Klassiker: Peugeot 402 Eclipse (21 Bilder)

Der Peugeot 402 Eclipse kostete einst 34.000 Französische Franc. (Bild: Marcel Sommer)

Die Dachmechanik war nur auf Wunsch elektrifiziert. Zur händischen Bedienung werden zwei große Schrauben hinter der vermeintlichen B-Säule geöffnet und eine gewaltige Heckklappe geöffnet – und zwar nach vorn. Nach dem Lösen einiger Hebel innen kann das Dach mit einem Parallelogrammechanismus in die große Öffnung gezirkelt werden. Dasselbe in eckig hat Ford in seinem Fairlane Skyliner in den 50er-Jahren nachgebaut. Die Parallelen sind jedenfalls verblüffend.

Nicht anders als heute schränken das abgelegte Dach und seine Mechanik den Kofferraum deutlich ein: Seitlich liegen die Gestänge für Dach und Deckel. Doch auch die Form des restlichen Hohlraums ist nicht unkompliziert. Ganz unten im Boden ist eine Wölbung für das Differenzialgehäuse der Hinterachse. Dahinter ist das Reserverad verschraubt. Um den verbleibenden Raum besser nutzen zu können, bot Peugeot als Zubehör ein eigenes Kofferset an.

Die Idee eines versenkbaren Hardtops geisterte schon in den 20ern durch die amerikanische Presse, letzlich umgesetzt hat sie der französische Zahnarzt und Hobbydesigner Georges Paulin in Kooperation mit Karosseriebauern und später direkt mit Peugeot. Schon beim Peugeot 301 begannen seine Versuche. Gemeinsam mit dem Karosseriebauer Marcel Pourtout und dem rührigen Peugeothändler Emile Darl' Mat wurde ein Peugeot 301 Coupé-Cabrio entwickelt. 1933 wurde es auf dem Pariser Salon vorgestellt, worauf Peugeot im eigenen Karosseriebetrieb La Garenne-Colombe auf Basis des 401 und des größeren, optisch konservativeren Sechszylinder-Modells 601 ein eigenes Stahldach-Cabrio entwickeln ließ. Zwei Jahre später kam dieses Modell in die Autohäuser.