Probefahrt im Mercedes GLC Coupé
Optisch zitiert Mercedes mit dem GLC Coupé den global erfolgreichen BMW, doch beim Fahren werden die eigenen Gene deutlich. Auch als Coupé bleibt der Wagen ein Komfort-König, einen Sportler sollte niemand ernsthaft erwarten
Stuttgart, 6. Juli 2016 – Für einen großen Erfolg muss man am Markt nicht unbedingt der Erste sein, Volkswagen hat das vielfach bestätigt. Mercedes versucht es nun mit einem doch recht deutlichen Zitat der global erfolgreichen BMW-Modelle X4 und X6. Das neue Mercedes GLC Coupé verfolgt dabei optisch einen recht ähnlichen Ansatz, gleicht beim Fahren aber dem „normalen“ GLC beziehungsweise der C-Klasse, auf der ja beide GLC basieren. Das ist nicht die schlechteste Idee, wie eine kleine Probefahrt zeigt.
Der Begriff „Sport“ hat in den vergangenen Jahren eine enorme Verbreiterung hinnehmen müssen. Nicht nur einige Kombis und angedeutete Vans haben inzwischen irgendwas mit Sport im Namen, sondern auch SUVs wird immer häufiger eine Mischung aus Abenteuer, Freiheit und Sportlichkeit angedichtet. Gerade letzteres ist das natürlich Unsinn, denn der hohe Schwerpunkt im Verbund mit einem doch recht üppigen Gewicht ist so ziemlich das Gegenteil von der ursprünglichen Vorstellung eines wendigen Autos. Doch die Hersteller orientieren sich an den Wünschen der Kunden weltweit, und so dürfen wir zeitnah mit einem ganz ähnlich gestrickten Dickschiff von Audi rechnen.
Probefahrt im Mercedes GLC Coupé (15 Bilder)

(Bild: Daimler (alle))
Kopfraum und Kofferraum: knapper als im SUV
In der schönen Welt des Marketings haben die Käufer mit dem GLC Coupés die Möglichkeit, sich von der Masse der SUV-Fahrer abzusetzen. Tatsächlich dürfte die Optik der Hauptgrund sein, das Coupé dem SUV vorzuziehen. Denn trotz aller Versprechen ähneln sich C-Klasse, GLC und GLC Coupé beim Fahren natürlich sehr. Kopfraum und Kofferraum sind etwas knapper als im SUV, doch im Alltag dürfte das geringere Raumangebot kaum ausschlaggebend sein – schließlich sind die beiden anderen Modelle auch nicht gerade als Riesen bekannt. Verarbeitung, Sitze und Geräuschkomfort sind sehr gut, bei Mercedes haben diese Kriterien bei der Entwicklung einen spürbaren Schwerpunkt. Kritisiert haben wir in C-Klasse und GLC schon des Öfteren die Bedienung der Infotainmentanlage. Sie ist nicht sonderlich intuitiv – das bekommt gerade BMW besser hin.
Unterwegs ist dem Mercedes GLC Coupé die enge technische Abstammung von der C-Klasse trotz der auf 18 Zentimeter erhöhten Bodenfreiheit deutlich anzumerken. Die direktere Lenkübersetzung und die straffere Fahrwerksabstimmung der serienmäßigen Stahlfederung machen Spaß. Das Coupé wird damit nicht zum Sportler, vermittelt aber wenigstens das Gefühl eines direkteren Kontakts zur Straße.