Fahrbericht: Mazda CX-3 G 150 AWD
Arbeit am Detail zeichnet die Modellpflege am Mazda CX-3 aus. Das ist nachvollziehbar bei einem Auto, das bereits kurz nach seiner Markteinführung mit großem Verkaufserfolg und ohne echte Schwächen loslegte. Doch was merkt man von den versprochenen Optimierungen?
- Wolfgang Gomoll
Vor allem Arbeit am Detail zeichnet die Modellpflege am Mazda CX-3 aus – keine große Veränderungen Das ist nachvollziehbar bei einem Auto, das bereits kurz nach seiner Markteinführung mit großem Verkaufserfolg und ohne wirkliche Schwächen loslegte. Doch was merkt man von den versprochenen Optimierungen wie einer Reduzierung von Windgeräuschen, mehr Fahrwerkskomfort, stoischerem Geradeauslauf, wacherem Motor-Ansprechen und einer höheren Qualitätsanmutung?
Der 150 PS-Zweiliter-Ottomotor mit seinem maximalen Drehmoment von 204 Nm passt gut zu dem 1310 Kilogramm schweren Kompakt-SUV. Er schiebt engagiert an, muss aber mit Gangwechseln bei Laune gehalten werden. Dann kommt es auch bei Überholvorgängen auf der Landstraße geschmeidig klar, allerdings geht dem Aggregat noch oben heraus etwas die Luft aus. Dass er unter Last nicht unbedingt leise arbeitet, nimmt man nun vielleicht besser wahr, weil Mazda die Fahrgeräusche stärker gedämmt hat. Mangels direktem Vergleich mit dem Vorgängermodell können wir zu einem spontaneren Ansprechen aber nichts sagen. Es dürfte sich im Bereich der Serienstreuung bewegen.
Fahrbericht: Mazda CX-3 G 150 AWD (14 Bilder)

Der Sechsgang-Schaltung merkt man ihre technischen Anleihen beim Getriebe des Spaß-Roadsters Mazda MX-5 an, der kurze Knüppel lässt sich wohldefiniert und leichtgängig durch die Gassen schieben.
Lenkrad steuert Einspritzmenge
Neu im CX-3 ist die Fahrdynamikhilfe „G-Vectoring Control”, die bereits aus dem Mazda 6 bekannt ist. Beim Einlenken in eine Kurve reduziert die Motorsteuerung für Millisekunden die Einspritzmenge und damit auch das Drehmoment. Die dadurch erzeugte fahrdynamische Achslastverlagerung soll den Vorderrädern mehr Traktion und Seitenführung bieten. Wir können nur feststellen, dass der CX-3 die Wünsche des Fahrers pflichtschuldig umsetzt, ohne beim Einlenken nervös zu reagieren.
Die versprochene Komfortverbesserung ist ebenfalls ein Fall für empfindliche Popometer. Lediglich bei kurzen, harten Schlägen kommen die Dämpfer an ihre Grenzen. Klar ist: das Fahrwerk reagiert entspannt auf Bodenunebenheiten und bügelt diese zuverlässig weg. Klar ist auch, dass die 18 Zoll großen Räder auf dem Testwagen mit Reifen in 215/50 R18 den Komfort schmälern. Wir empfehlen die Dimension 215/60 R16.
Die Schalter auf dem Lenkrad wurden neu sortiert, Mazda verspricht zudem ein „veredeltes Interieur in höherer Qualität”. Der Chic ist gelungen, doch die Anmutung des Cockpits mit den weißen Dioden ist nicht moderner geworden. Der Sieben-Zoll-Bildschirm gilt zudem in diesem Segment mittlerweile als unterer Standard. Die Bedienung per Drehknopf geht nach wenigen Minuten Eingewöhnungszeit leicht von der Hand. Dazu trägt auch das entschlackte Cockpit bei. Sitzriesen könnten mit dem optionalen Head-Up-Display fremdeln, bei dem die Daten auf eine kleine ausklappbare Plastikscheibe projiziert werden. Der Verstellbereich ist so knapp, dass die eingespiegelten Daten für Große nur knapp zu erkennen sind.
Arrondiertes Assistenzpaket
Wechselt man die Spur, ohne vorher die Fahrtrichtungsanzeige zu betätigen, brummt der Spurwechselwarner. Der Warnton klingt in etwas so, als ob man bei einem sehr lauten Radio auf einmal den Sender verliert. Auch wenn es die Ingenieure in diesem Fall etwas zu gut gemeint haben, überzeugt die Sicherheits- und Assistenzausstattung: Ein Totwinkelwarner kommt dazu und ein aktiver City-Brems-Assistent greift neuerdings auch bis 80 km/h unterstützend ein. Zur Müdigkeits- kommt jetzt auch eine Verkehrsschilderkennung.
Was sich nicht ändern ließ: Im 4,28 Meter langen Kompakt-SUV ist zwar genügend Platz und ausreichend Kopffreiheit, doch ausgewachsenen Fond-Passagieren wird es um die Beine eng. Die Kofferraumklappe ist eher schmal und die Ladekante relativ hoch.
Ein Mazda CX-3 ist ab 17.990 Euro zu haben,der gut ausgestattete Testwagen kostet 30.130 Euro. Damit ist der Mazda CX-3 sicher kein Sonderangebot, aber bietet einiges fürs Geld. Zum Beispiel sind LED-Scheinwerfer Teil des Pakets. Schade, dass Mazda die Modellpflege nicht genutzt hat, um wenigstens eine Option auf einen Ottopartikelfilter anzubieten.